Was ist eigentlich ein Lektorat?

Was ist eigentlich ein Lektorat? 

Wenn die Begriffe Lektor oder Lektorat fallen, denken viele automatisch an Bücher und in der Tat ist die Verlagsarbeit auch das klassische Einsatzgebiet von Lektoren. Im Zuge eines Lektorats werden hier Bücher im Auftrag des Verlags oder des Schriftstellers überarbeitet. 

Neben der Überprüfung von Rechtschreibung und Grammatik achtet der Lektor dabei darauf, dass der rote Faden in der Handlung erhalten bleibt und keine inhaltlichen Fehler auftreten, etwa durch unglücklich gewählte Metaphern und Vergleiche oder falsche zeitliche Abfolgen. Letzteres wäre beispielsweise der Fall, wenn eine Szene in der Nacht spielt und danach plötzlich von einem romantischen Sonnenuntergang anstelle eines Sonnenaufgangs die Rede ist.

Allerdings ist das Lektorat keineswegs auf die Verlagsarbeit beschränkt. Ganz im Gegenteil arbeiten Lektoren heute in verschiedensten Bereichen und für unterschiedlichste Auftraggeber. Daraus wiederum ergibt sich die Frage, was sich denn überhaupt konkret hinter einem Lektorat verbirgt.  

Was ist eigentlich ein Lektorat?

Bei einem Lektorat geht es darum, einen Text so zu überarbeiten und zu verbessern, dass er fehlerfrei, verständlich und gut zu lesen ist. Hierzu gehört zunächst einmal die Überprüfung von Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik. Zusätzlich dazu werden im Zuge eines Lektorats der logische Aufbau und die stilistische Form unter die Lupe genommen.

Insofern lässt sich ein Lektor als eine Art Fachmann für gute, professionelle und gelungene Texte beschreiben. Dies wiederum gilt grundsätzlich für jede Art von Text, also für Bücher genauso wie für Artikel, Berichte, Pressemeldungen, Referate, Flyer und Broschüren, Briefe oder sogar Bewerbungen. Da der Bedarf an qualitativ hochwertigen, aussagekräftigen und gut lesbaren Texten steigt, sind Lektoren heute in nahezu jedem Bereich zu finden.

Häufig spezialisieren sich Lektoren dabei auf bestimmte Wissensgebiete, denn natürlich kann auch ein Lektor nur dann inhaltlich und stilistisch in beispielsweise einen juristischen, technischen oder werbeorientierten Text eingreifen, wenn er über entsprechende Kenntnisse in diesem Bereich verfügt. Lektoren, die außerhalb von Verlagen als Freiberufler tätig sind, sind teilweise professionelle Texter oder Autoren, die ihr Angebotsspektrum um die Lektoratsleistung erweitern.

Teilweise gibt es aber auch Lektoren, die ausschließlich als Lektoren arbeiten, also selbst keine eigenen Texte schreiben, sondern sich auf die Überarbeitung fremder Texte konzentrieren.     

Das Werbelektorat als Sonderform des Lektorats

Eine besondere Variante des Lektorats ist das Werbelektorat. Handelt es sich bei dem Text um einen Werbetext beispielsweise in Form eines Werbebriefes, einer Werbebroschüre, einer Pressemeldung oder einem Artikel für die Unternehmenswebseite, kann es sein, dass ein klassisches Lektorat nicht ausreicht. Die klassische Lektoratsleistung umfasst zwar die Überprüfung und Korrektur von Rechtschreibung und Grammatik sowie Aufbau und Stil, beschränkt sich aber auch auf diese Punkte.

Ein Werbelektorat hingegen legt das Augenmerk zusätzlich dazu auf die Zielgruppenansprache, den Werbecharakter und eine einheitliche Unternehmenssprache. Das bedeutet, bei einem Werbelektorat wird auch überprüft, ob der Text die Zielgruppe konsequent anspricht und ob die Unternehmenssprache als Teil der sogenannten Corporate Identity in den Formulierungen zum Ausdruck kommt.

Außerdem überarbeitet ein professioneller Werbelektor einen Werbetext so, dass dieser einerseits den gewünschten Werbecharakter hat und die Werbeaussagen und -botschaften klar, aussagekräftig und glaubwürdig auf den Punkt bringt, andererseits aber auf typische, teilweise nichtssagende und teilweise übertrieben wirkende Werbefloskeln verzichtet.

Neben Werbetexten von Unternehmen findet das Werbelektorat allerdings teilweise auch im Zusammenhang mit Bewerbungen Anwendung, denn letztlich ist ja auch eine Bewerbung nichts anderes als Werbung in eigener Sache.   

Und was ist ein Korrektorat?

Abgesehen von Inhalt und Stil ist die absolute Fehlerfreiheit im Hinblick auf Rechtschreibung und Grammatik das wesentliche Maß für die Professionalität eines Textes. Genau an dieser Stelle kommt das Korrektorat ins Spiel. Bei einem Korrektorat werden die Rechtschreibung, die Zeichensetzung und die Grammatik überprüft und entsprechende Fehler gegebenenfalls verbessert.

Da dies nach den aktuell gültigen Regelungen zur deutschen Rechtschreibung erfolgt, spielt der eigentliche Text eine untergeordnete Rolle. Durch ein Korrektorat ist also sichergestellt, dass der Text aus orthographischer und grammatikalischer Sicht absolut fehlerfrei ist. Gleichzeitig ist dies aber auch schon die gesamte Leistung des Korrektorats.

Anders als das Lektorat überprüft das Korrektorat somit nicht, ob der Text inhaltliche Fehler erhält oder ob es Schwachstellen im logischen Aufbau gibt und auch im Hinblick auf den sprachlichen Stil greift das Korrektorat nicht ein.

Ein Korrektor muss somit nicht unbedingt Vorkenntnisse oder Fachwissen in dem Bereich mitbringen, um den es in dem Text geht, denn das Korrektorat erfolgt immer nur nach den klaren Regeln, die einheitlich für alle Arten von Texten gelten.

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