Was ist eigentlich ein Blog?

Was ist eigentlich ein Blog? 

Sowohl wenn es um das Internet geht als auch im Zusammenhang mit Publikationen wie Zeitungen, Zeitschriften, Magazinen und Journalen fällt immer wieder der Begriff Blog.

Einige Blogs haben sich zu festen und beliebten Adressen im Internet entwickelt, andere Blogs, vor allem aus Ländern mit einem schwierigen Verhältnis zwischen Politik, Presse und Öffentlichkeit, haben für weltweites Aufsehen gesorgt. 

Einige betreiben einen Blog hobbymäßig in ihrer Freizeit, andere bezeichnen sich als Blogger, wenn sie nach ihrer Berufstätigkeit gefragt werden. Aber was ist eigentlich ein Blog?: 

Was ist ein Blog?

Das Wort Blog ist die im allgemeinen Sprachgebrauch übliche Kurzform von Weblog. In dem Begriff Weblog wiederum stecken die Bezeichnungen World Wide Web und Logbuch. Die ersten Blogs entstanden Mitte der 1990er-Jahre. Seinerzeit wurde noch von Online-Tagebüchern gesprochen und es handelte sich um Internetseiten, auf denen Nutzer regelmäßig über allerlei Themen oder konkrete Ereignisse aus ihrem Leben berichteten. Ab 1996 kamen verschiedene Anbieter auf, die Internetnutzern Dienste zum einfachen Einrichten eines eigenen Online-Tagebuchs ermöglichten.

Im Folgejahr nutzte Jorn Barger zum ersten Mal das Wort Weblog auf seiner Internetseite. 1999 prägte der Webdesigner Peter Merholz die Kurform Blog. Nach einem insgesamt eher langsamen Beginn erlebten Blogs ab der Jahrtausendwende ein rasantes Wachstum.

Innerhalb weniger Jahre vervielfachte sich die Anzahl so massiv, dass ein US-amerikanischer Wörterbuchverlag das Wort Blog sogar zum Wort des Jahres 2004 kürte. Allmählich begannen dann auch Unternehmen und die traditionellen Massenmedien damit, sich für diese neue Darstellungsform zu interessieren. Schließlich bot sie die Möglichkeit, weitere Kunden und Leser zu erreichen und gleichzeitig ein direktes Feedback von ihnen zu erhalten.

Erste Forschungsarbeiten entstanden und Blogs etablierten sich als ernstzunehmende Medien, aber auch immer mehr private Internetnutzer richtet sich ihr Blog ein. Schätzungen gehen davon aus, dass mittlerweile knapp 9% der Internetnutzer in Deutschland ein eigenes Blog betreiben.  

Aber was ist denn nun ein Blog? Ein Blog ist eine Art Tagebuch oder ein Journal, das auf einer Internetseite geführt und in aller Regel öffentlich einsehbar ist. Eine oder mehrere Person tragen regelmäßig neue Inhalte in das Weblog ein. Die Person, die die Einträge schreibt, wird Blogger genannt, das Verfassen der Einträge nennt sich bloggen. Die Texte erscheinen meist abwärts chronologisch.

Das bedeutet, die neuesten Einträge stehen oben, ältere Beiträge sind weiter unten gelistet oder in Archiven abgelegt.

Während klassische journalistische Medien den Anspruch auf Objektivität und Neutralität erheben, zeichnet sich in einem Blog der Autor für die Inhalte verantwortlich. Häufig sind die Beiträge deshalb auch in Ich-Form formuliert und berichten über Aspekte aus dem eigenen Leben oder beschäftigen sich mit einem bestimmten Thema.

Leser können meist jedoch Kommentare hinterlassen, Fragen stellen und über die Einträge diskutieren. Insofern ist ein Blog eine Art Mittelding zwischen einer Online-Zeitung und einem Internetforum.    

Aus welchen Elementen besteht ein Blog?

Wer einen Blog aufruft, sieht verschiedene Elemente auf der Webseite. Hierzu gehören insbesondere folgende:

·         Die Einträge bilden die Hauptinhalte eines Blogs. Sie werden auch Blogpostings, Postings oder kurz Posts genannt. Die neuesten Artikel sind dabei üblicherweise ganz oben gelistet.

·         Der Begriff Thread fasst alle Beiträge innerhalb des Blog zusammen, die sich mit einem Thema beschäftigen und hintereinander aufgeführt sind.

·         Bei den meisten Blogs können Leser Kommentare zu den Einträgen hinterlassen. Die Kommentare werden dann entweder unterhalb des Artikels veröffentlicht oder als Popups angezeigt. Je nach Blog sind Kommentare entweder sofort sichtbar oder sie werden erst nach einer Prüfung durch den Blog-Betreiber freigeschaltet.

·         Jeder Eintrag in einem Blog verfügt über eine eindeutige und dauerhafte Internetadresse. Dadurch wird es möglich, dass Nutzer oder andere Blogs anstelle des gesamten Blogs gezielt nur einzelne Artikel verlinken können. Diese sogenannten Permalinks kommen unter anderem beim Abruf von Einträgen aus einem RSS-Feed zum Einsatz.

·         Asides, Clippings oder Snippets sind kurze Einträge aus wenigen Wörtern oder Zeilen. Die kurzen Erklärungen werden hauptsächlich verwendet, um auf interessante Einträge auf der eigenen Seite oder auf anderen Seiten hinzuweisen. 

·         Auf der Startseite und auf den Unterseiten ist meist eine sogenannte Blogrolle zu sehen. Hierbei handelt es sich um eine Sammlung von Links zu anderen Blogs. Welche Kriterien der Blog-Betreiber bei der Auswahl der Links anwendet, ist sehr unterschiedlich. So werden andere Blogs beispielsweise anhand der Themen, der Häufigkeit neuer Artikel oder auch einfach nur im Rahmen eines Linktauschs ausgesucht.   

·         Die Schlagwörter, die innerhalb des Weblogs besonders häufig verwendet werden oder speziell in einem Eintrag von großer Bedeutung sind, werden vielfach in sogenannten Tag Clouds zusammengefasst und präsentiert. Im Deutschen wird hier auch von Schlagwortwolken gesprochen. 

Was für Blogs gibt es eigentlich?

Blogs gibt es in unzähligen Varianten. Dabei lassen sich Blogs zunächst anhand der Inhalte voneinander unterscheiden. So beschäftigen sich beispielsweise Artblogs mit Kunst und Kultur, Fashionblogs mit Mode, Foodblogs mit Essen, Finanzblogs mit Geldangelegenheiten und Jobblogs mit beruflichen Themen.

In Politblogs geht es um Politik, in Reiseblogs um Reisen und in Wissenschaftsblogs um die Forschung und die Wissenschaft. Innerhalb eines Themenbereiches gibt es außerdem häufig Blogs, die sich auf einen Teilbereich konzentrieren. So kann sich beispielsweise ein Blog aus dem Themenbereich Malerei hauptsächlich einer Maltechnik wie etwa der Öl- oder der Acrylmalerei widmen, während es in einem Jobblog um einen ganz bestimmten Beruf gehen kann.

Eine weitere Unterscheidung ist anhand des Blog-Betreibers möglich.

So werden Blogs betrieben von:

·         Privatpersonen, die ihr Hobby oder persönliche Interessen kommunizieren.

·         Interessensgruppen, Vereinen, Verbänden und anderen nicht-kommerziellen Organisationen.

·         Unternehmen. Solche Blogs werden Corporate Blogs genannt.

·         Personen, die im Auftrag für Dritte schreiben. Diese Blogs verfolgen meist konkrete Ziele, beispielsweise Öffentlichkeitsarbeit oder Kundenbindung.  

Welche Bedeutung haben Blogs?

Gerade in Ländern, in denen die Pressefreiheit eingeschränkt ist, sind Blogs zu einem wichtigen Medium geworden, um ohne Zensur durch die Regierungen über die politische oder soziale Lage, das aktuelle Geschehen, Menschenrechtsverletzungen und andere Inhalte zu berichten.

Für Interessierte und Medien aus dem Ausland können Blogs dadurch eine wichtige Nachrichtenquelle sein. Daneben haben sich Blogs zu einem beliebten Medium von Politikern entwickelt, die auf diese Weise die Nähe zu potenziellen Wählern suchen und die Blogs gleichzeitig als Instrument im Rahmen von Wahlkampfmaßnahmen nutzen.

Blogs gelten als unabhängig und greifen Thematiken auf, die in der Gesellschaft diskutiert werden. Deshalb orientiert sich mittlerweile auch die etablierte Presse an den Sachverhalten, die in Blogs angesagt sind. Aber auch Unternehmen nutzen die Einträge in Blogs, um Tendenzen, Entwicklungen, Bedürfnisse und mögliche Kundenwünsche zu analysieren.

Mehr Berichte, Anleitungen, Vorlagen und Tipps:

Bericht: Stichwort “Taschengeldparagraph”

Thema: Was ist eigentlich ein Blog?

Teilen:

Kommentar verfassen