Bericht schreiben – Kommasetzung

Bericht schreiben – die wichtigsten Infos zur (richtigen) Kommasetzung 

Für das Schreiben von Berichten gibt es ein paar klare Vorgaben. So kennzeichnet sich ein Bericht durch einen objektiven Schreibstil, was bedeutet, dass der Sachverhalt oder die Handlung sachlich und wertungsfrei dargestellt wird. Inhaltlich beantwortet ein Bericht die sogenannten W-Fragen Wer?, Was?, Wie?, Wo?, Wann?, Warum? und Welche Folgen? 

Sind die Inhalte gegliedert, der Text ausformuliert und die Rechtschreibung kontrolliert, wartet auf so manchen Verfasser aber gleich die nächste Hürde, nämlich die Kommasetzung.

Obwohl die Regeln zur Kommasetzung im Zuge der Rechtschreibreform deutlich reduziert und vereinfacht wurden, tun sich selbst Muttersprachler gelegentlich schwer damit, zu entscheiden, ob und wo Kommas gesetzt werden müssen und wo nicht.  

Bericht schreiben – die wichtigsten Infos zur (richtigen) Kommasetzung

Kommas sind Satzzeichen, die ebenso wie alle anderen Satzzeichen die Aufgabe haben, einen Text zu strukturieren. So trennen Kommas unter anderem Hauptsätze von Nebensätzen und Einschüben, tragen dazu bei, dass Aufzählungen übersichtlicher werden, und verdeutlichen die Aussage von Infinitiv- und Partizipialkonstruktionen. Der Verfasser muss beim Schreiben aber nicht ständig die Kommaregeln im Hinterkopf haben, denn wenn er sich auf sein Gefühl verlässt, wird er die Kommas in den meisten Fällen instinktiv richtig setzen.

Dies wiederum liegt daran, dass Kommas eng mit dem Sprechrhythmus zusammenhängen. Die Kommasetzung erfolgt zwar nach grammatikalischen Regeln, aber die Struktur eines Satzes beeinflusst dessen Aussprache. Ist sich der Verfasser unsicher, sollte er seinen Text deshalb laut vorlesen.

An den Stellen, an denen er intuitiv eine kurze Pause macht, steht meist auch ein Komma.

Hier aber noch einmal die wichtigsten Kommaregeln im Überblick: 

Kommas bei Aufzählungen

Werden mehrere Elemente hintereinander aufgezählt, trennen Kommas die einzelnen Glieder voneinander. Nur zwischen die beiden letzten Glieder der Aufzählung wird kein Komma gesetzt. Sie werden stattdessen durch die Wörter oder, und oder sowie miteinander verbunden.  Beispiel: Die Wörter Sommer, Sonne, Strand, Meer und Palmen verbinden viele mit Urlaub.

Kommas bei Satzreihen

Besteht ein Satz aus zwei oder mehr gleichrangigen Hauptsätzen, wird dies als Satzreihe bezeichnet. Gleichrangige Hauptsätze sind vollwertige Hauptsätze, die für sich alleine einen Sinn ergeben und genauso gut auch mit einem Punkt enden könnten. Werden diese Sätze aneinandergereiht, um so einen Satz daraus zu bilden, werden Kommas zwischen die einzelnen Sätze gesetzt.

Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Sätze durch die Wörter und oder oder miteinander zu verbinden. Dann wird allerdings meist nicht auch noch zusätzlich ein Komma gesetzt.

Beispiel:

Peter verbringt seinen Urlaub in Spanien. Lisa verreist dieses Jahr nicht.
Peter verbringt seinen Urlaub in Spanien, Lisa verreist dieses Jahr nicht.

Peter verbringt seinen Urlaub in Spanien und Lisa verreist dieses Jahr nicht.
 

Kommas bei Nebensätzen und Einschüben

Anders als ein Hauptsatz kann ein Nebensatz nicht alleine stehen. Da sich ein Nebensatz auf den Hauptsatz bezieht, aber kein vollwertiger Satz ist, würde er für sich alleine nämlich keinen Sinn ergeben. Nebensätze werden oft mit Konjunktionen wie beispielsweise weil, dass, denn, obwohl, falls, damit, wenn oder aber eingeleitet.

Zudem steht das Verb in einem Nebensatz meist am Satzende. Eine weitere Gruppe bilden die Relativsätze, die durch der, die, das oder ersatzweise welcher, welche, welches und deren Formen eingeleitet werden. Um Haupt- und Nebensätze voneinander zu trennen, wird immer ein Komma dazwischen gesetzt.

Ein Nebensatz, der vor oder nach dem Hauptsatz steht, wird durch ein Komma getrennt. Ist der Nebensatz in den Hauptsatz eingeschoben, ist er von Kommas umschlossen. Gleiches gilt für Einschübe. Ein Einschub ist eine Erklärung oder eine Zusatzinformation und kann aus einem Satz oder auch nur aus einem einzigen Wort bestehen.

Beispiel:

Tom bleibt heute zu Hause, weil er sich erkältet hat.
Weil er sich erkältet hat, bleibt Tom heute zu Hause.

Tom bleibt, weil er sich erkältet hat, heute zu Hause.
 

Kommas bei Infinitiv- und Partizipialkonstruktionen

Infinitivkonstruktionen sind Konstruktionen, die aus zu und dem Verb in der Grundform gebildet werden. Bei Infinitivkonstruktionen in Verbindung mit als, anstatt, außer, ohne, um und statt wird immer ein Komma gesetzt.

In allen anderen Fällen kann der Verfasser wählen, ob er ein Komma setzen möchte oder ob nicht. Ist die Satzaussage auch ohne Komma klar und eindeutig, kann darauf verzichtet werden. Gleiches gilt für Konstruktionen mit dem Partizip des Verbs. Auch hier kann der Verfasser ein Komma setzen, um die Verständlichkeit zu erhöhen und Missverständnissen vorzubeugen. Zwingend erforderlich ist ein Komma jedoch nicht.

Beispiel:

Maria hat keine Lust(,) noch länger auf Tim zu warten.
Ohne nachzufragen, will sie aber auch nicht gehen.

Gerade die Nummer wählend(,) sieht sie ihn um die Ecke kommen.
 

Kommas bei direkter Rede

Anders als vor der Rechtschreibreform wird inzwischen eine direkte Rede innerhalb eines Satzes immer durch Kommas von den anderen Satzteilen getrennt. Dies gilt auch dann, wenn die wörtliche Rede selbst bereits mit einem Ausrufe- oder einem Fragezeichen endet. Ein Punkt als Satzschlusszeichen einer direkten Rede, die innerhalb eines Satzes zitiert wird, fällt hingegen weg. 

Beispiel:

“Warum kommst du so spät?”, fragt Maria.
“Ich habe einen Parkplatz gesucht”, antwortet Tim.

“Ich dachte schon”, bemerkt Maria daraufhin, “du hättest unser Treffen vergessen.”

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Bericht: Stichwort “Taschengeldparagraph”

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