Die deutsche Rechtschreibung

Die deutsche Rechtschreibung 

Obwohl die aktuellen Regeln zur deutschen Rechtschreibung bereits seit 2006 gelten, wird nach wie vor häufig von den neuen Regeln oder der neuen deutschen Rechtschreibung gesprochen.

Die Absicht der Rechtschreibreform lag darin, das Regelwerk zur Schriftsprache zu vereinfachen, die Schreibweise logischer zu gestalten und die vielen Ausnahmen abzuschaffen. Dies ist objektiv betrachtet zumindest in Teilen auch gelungen. 

Während es für Schüler normal ist, nach den aktuell geltenden Rechtschreibregeln zu schreiben, können sich viele Ältere aber noch immer nicht an die neue Rechtschreibung gewöhnen.

Ob dies daran liegt, dass sie schlichtweg an die alte Rechtschreibung gewöhnt sind und die neuen Schreibweisen deshalb irgendwie falsch aussehen, oder daran, dass die neuen Regeln teilweise eben doch nicht logischer oder einfacher sind als die alten Regeln, sei dahingestellt. Letztlich führt ohnehin kein Weg daran vorbei, die deutsche Rechtschreibung zu lernen und zu üben.

Die wichtigsten Regeln zur deutschen Rechtschreibung lauten dabei wie folgt:

1. Die Groß- und Kleinschreibung

Im Deutschen werden alle Wörter, die Substantive (Hauptwörter) sind oder in einem Satz als Substantive verwendet werden, großgeschrieben. Außerdem beginnt jeder neue Satz mit einem großgeschriebenen Wort. Alle anderen Wörter, also Verben (Tu-Wörter), Adjektive (Eigenschaftswörter), Artikel, Präpositionen, Adverbien und so weiter, werden kleingeschrieben.

Vor allem bei festen Verbindungen und Redewendungen
gibt es jedoch ein paar Sonderregeln:

·         Bei festen Verbindungen aus Substantiven und Verben, die als zwei Wörter erhalten bleiben, werden die Substantive groß geschrieben: Angst haben, jemandem die Schuld geben, Recht behalten.

Aber: In Verbindung mit den Verben sein, werden und bleiben werden die Wörter Angst, Bange, Ernst, Gram, Leid, Pleite, Schuld und Wert klein geschrieben: schuld sein, etwas leid sein, wert sein. Es heißt also: Ich habe Angst. Aber: Mir wird angst. 

·         Bei Verbindungen aus Substantiven und Präpositionen werden die Substantive groß geschrieben: etwas außer Acht lassen, in Bezug auf.

·         Als Bestandteil von festen Redewendungen werden substantivierte Adjektive, also Adjektive in der Funktion von Hauptwörtern, groß geschrieben: etwas zum Besten geben, auf dem Laufenden bleiben, sich über etwas im Klaren sein. Steht vor dem Adjektiv kein Artikel, wird es bei einigen Redewendungen jedoch klein geschrieben: durch dick und dünn gehen, über kurz oder lang, aus nah und fern.

·         Bezeichnungen von Sprachen, vor denen eine Präposition steht, werden groß geschrieben: auf Deutsch, in Englisch.

·         Ordnungszahlen in der Funktion von Substantiven werden groß geschrieben: am Ersten des Monats, als Zweiter ankommen, als Letzter nach Hause gehen.

·         Bei Verbindungen aus Adjektiven und Substantiven wird das Adjektiv normalerweise klein geschrieben: die deutsche Rechtschreibung, das rote Auto, der große Mann. Bei Eigennamen, festen Redewendungen, Titeln und Funktionsbezeichnungen, historischen Ereignissen und besonderen Kalendertagen wird aber auch das Adjektiv groß geschrieben: die Königliche Hoheit, der Regierende Bürgermeister, der Erste Weltkrieg, der Heilige Abend.

·         Wird aus einem Eigennamen ein Adjektiv gebildet, indem die Endung -(i)sch angehängt wird, wird das Adjektiv klein geschrieben: die grimmschen Märchen, das ohmsche Gesetz. Alternativ kann der Eigenname mit einem Apostroph geschrieben werden, wobei dann der Eigenname mit einem Großbuchstaben beginnt: die Grimm‘schen Märchen, das Ohm‘sche Gesetz.

·         Die Anredepronomen du und ihr sowie dein und euer werden klein geschrieben. Aus Gründen der Höflichkeit werden die Anredepronomen in Briefen jedoch meist groß geschrieben. Die förmlichen Anreden Sie und Ihr hingegen werden immer großgeschrieben. 

2. Die Laut-Buchstaben-Zuordnung

Grundsätzlich orientiert sich die Schreibung bei allen Wörtern, die einer Wortfamilie angehören, am Wortstamm. Dabei gibt es im Bereich der Laut-Buchstaben-Zuordnung vier Regeln, die im alltäglichen Sprachgebrauch besonders häufig Anwendung finden:

·         Bei Einzelwörtern einer Wortfamilie schafft der Wortstamm die Grundlage für die Schreibweise: Platz – platzieren, Nummer – nummerieren, Aufwand – aufwändig, Stange – Stängel.

·         Werden Wörter zu einem neuen Wort zusammengesetzt oder erweitert, bleiben alle Buchstaben erhalten. Dies gilt auch dann, wenn drei gleiche Buchstaben aufeinandertreffen: Bestellliste, Kaffeeernte, Flussseite, selbstständig. (Wer sich an drei gleichen Buchstaben stört, kann die Wörter aber auch mit Bindestrich schreiben: Bestell-Liste, Kaffee-Ernte, Fluss-Seite.) 

·         Bei s-Lauten gilt, dass nach einem kurzen Vokal ein ss folgt. Wird der Vokal hingegen lang ausgesprochen, bleibt das ß erhalten: Fluss, Biss, Kuss, Hass, müssen, dass. Aber: Maß, Straße, Fuß.

·         Fremdwörter können in einer eingedeutschten Schreibweise geschrieben werden: Delfin statt Delphin, Frisör statt Friseur, Jogurt statt Joghurt, Ketschup statt Ketchup. 

3. Die Getrennt- und Zusammenschreibung

Nachdem im Zuge der Rechtschreibreform zahlreiche Ausnahmen und Sonderregeln abgeschafft wurden, werden die meisten Verbindungen und festen Redewendungen getrennt voneinander geschrieben. Das bedeutet, die Getrenntschreibung gilt bei Verbindungen aus

·         Verben: kennen lernen, sitzen bleiben, spazieren gehen.

·         Partizipien und Verben: gefangen nehmen, geschenkt bekommen, verloren gehen.

·         Adjektiven und Verben, wenn es möglich ist, das Adjektiv zu steigern oder die Wortgruppe zu erweitern: hell leuchten, ernst nehmen, zufrieden stellen.

·         Adverbien und Verben: zugute halten, beiseite legen, vonstatten gehen. Bei einigen Redewendungen ist jedoch sowohl die Getrennt- als auch die Zusammenschreibung möglich: infrage stellen – in Frage stellen, instand halten- in Stand halten, zutage fördern – zu Tage fördern.

·         Wörtern, die mit -einander oder -wärts enden, und Verben: voneinander trennen, beieinander sitzen, aufeinander liegen, vorwärts kommen, abwärts gehen.

·         Adjektiven und Partizipien, wenn der erste Teil gesteigert oder erweitert werden kann: kochend heißes Wasser, weit verbreitete Ansicht, frisch renovierte Wohnung. Verbindungen mit dem Verb sein werden ebenfalls getrennt geschrieben: da sein, fröhlich sein, klein sein.Verbindungen mit Substantiven werden im Normalfall getrennt voneinander geschrieben: Feuer fangen, Rat suchen, Fuß fassen. Eine Ausnahme gilt dann, wenn das Substantiv verblasst oder das Substantiv und das Verb eine untrennbare Einheit bilden: heimfahren, irreführen, handhaben, schlafwandeln. 

4. Die Schreibung mit Bindestrich

Durch Bindestriche ergibt sich die Möglichkeit, zusammengesetzte Wörter zu gliedern. Statt die Wörter zu einem langen Wort zusammenzufügen, können sie mit Bindestrichen verbunden werden, um sie so übersichtlicher zu gestalten, einzelne Bestandteile hervorzuheben oder Missverständnissen vorzubeugen: die Ist-Situation, eine Altkleider-Annahmestelle, ein physikalisch-chemisches Verfahren.

Außerdem werden Zusammensetzungen mit Zahlen mit Bindestrich geschrieben: 40-Tonner, ein 3-jähriges Kind, eine 100-prozentige Leistung. Wird an die Zahl eine Nachsilbe angehängt, fällt der Bindestrich jedoch weg: das 10fache, ein 20stel. 

5. Die Worttrennung am Ende einer Zeile

Wörter, die zwei oder mehr Silben haben, können am Ende einer Zeile getrennt werden. Die Trennung erfolgt dabei im Normalfall nach Sprechsilben, also beispielsweise da-rin, wes-halb. Es gibt aber zwei wichtige Sonderfälle:

1.       Enthält ein Wort ein st, erfolgt die Trennung zwischen dem st: ges-tern, Mus-ter, sich etwas leis-ten.Enthält ein Wort ein ck, wird davor getrennt, das ck bleibt als ein Laut erhalten: we-cken, Zu-cker, er-bli-cken.

Mehr Übungen und Aufgaben zur Deutschen Rechtschreibung,
finden Sie auf http://www.anleitung-deutsch-lernen.de/

Mehr Berichte, Anleitungen, Vorlagen und Tipps:

Bericht: Stichwort “Taschengeldparagraph”

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