Bericht: Warum die Post Portoerhöhungen plant

Bericht: Warum die Post Portoerhöhungen plant

Verglichen mit früher, werden zunehmend weniger Briefe verschickt. Die Kommunikation mittels E-Mail, Chat oder Textnachricht geht deutlich schneller und kostet weniger. Zudem schonen moderne, digitale Kommunikationswege die Umwelt. Denn es wird kein Papier verbraucht und der Transport fällt weg.

Warum die Post Portoerhöhungen plant

Trotzdem sind Briefe aus dem Alltag nicht wegzudenken und in einigen Bereichen sind und bleiben sie das wichtigste Kommunikationsmittel. Doch das schrumpfende Briefgeschäft führt dazu, dass der Versand teurer wird.

Warum die Post Portoerhöhungen plant und wie diese aussehen werden, erklären wir im folgenden Bericht:

Warum die Post Portoerhöhungen plant

Schon im Oktober 2017 hatte Post-Chef Frank Appel angekündigt, dass der DAX-Konzern eine Portoänderung bei der Bundesnetzagentur beantragen wird. Die Anpassungen sollten eigentlich schon ab Januar 2019 erfolgen.

Appel hatte sich in der Vergangenheit immer wieder für Portoerhöhungen ausgesprochen. Als Hauptgründe nannte er die sinkende Nachfrage und die höheren Personalkosten. Zwischen 2010 und 2017 sank das Briefvolumen um rund 14 Prozent. Und in den ersten neun Monaten von 2018 ging die Anzahl der verschickten Briefe – verglichen mit dem Vorjahr – um 4,4 Prozent zurück. Die Folge davon ist, dass beispielsweise die Sortieranlagen weniger ausgelastet sind. Um gegenzusteuern, hatte die Post unter anderem auch ausprobiert, Briefe nicht mehr an jedem Wochentag zuzustellen.

Jedenfalls bedeuten insgesamt weniger Briefe höhere Logistik- und Personalkostenanteile pro Brief. Denn die Kosten bleiben gleich, unabhängig davon, ob die Sortieranlagen voll ausgelastet und die Autos der Briefträger vollgepackt sind oder ob nicht. Doch wenn weniger Briefe durch die Anlagen laufen und ausgeliefert werden, erhöhen sich die Kostenanteile, die auf jeden einzelnen Brief entfallen. Und mit dieser Argumentation lässt sich eine beantragte Portoerhöhung bei der Bundesnetzagentur begründen.

Schon in den vergangenen Jahren hatte es Anpassungen gegeben. Zuletzt war das Porto für einen Standardbrief im Jahr 2016 von 62 auf 70 Cent angehoben worden. Danach hatte die Bundesnetzagentur die aktuellen Preise für drei Jahre eingefroren. Portoanpassungen darf die Post nicht eigenmächtig durchführen. Vielmehr braucht sie dafür die Genehmigung der Aufsichtsbehörde.

Warum aus der Portoanpassung zu Jahresbeginn 2019 nichts wurde

Ursprünglich war geplant, dass die aktuellen Tarife nur bis Ende 2018 gelten. Ab Januar 2019 wollte die Post schon die höheren Portos verlangen. Allerdings saniert der Konzern das Brief- und Paketgeschäft und baut es in diesem Zuge um. Zudem hatte die Post mit konzerninternen Turbulenzen zu kämpfen und kündigte angesichts einer Gewinnwarnung im Sommer 2018 Sparmaßnahmen an.

Jedenfalls waren die Daten, die die Post der Bundesnetzagentur vorgelegt hatte, aus Sicht der Aufsichtsbehörde nicht ausreichend. Die Bundesnetzagentur bemängelte, dass die veränderten Kosten und Einsparungen, die der Post durch die angekündigten Umstrukturierungen, technischen Innovationen und Personalmaßnahmen entstehen sollten, nicht genau und nachvollziehbar genug erläutert wurden.

Folglich legte die Behörde das Genehmigungsverfahren zunächst auf Eis. Sie untersagte vorerst eine Portoerhöhung. Deshalb blieb es auch zum Jahresbeginn 2019 bei den aktuellen Tarifen.

Gleichzeitig forderte die Behörde die Post auf, weitere Erklärungen zur aktuellen Kostensituation einzureichen. Für die Abgabe der Unterlagen hatte die Post bis Ende November 2018 Zeit. Anschließend prüfte die Bundesnetzagentur die Daten. Die Prüfung ist inzwischen abgeschlossen.

Wie die Portoerhöhung aussehen wird

Mitte Januar hatte die Bundesnetzagentur die beantragte Portoerhöhung genehmigt. Die endgültige Entscheidung soll Mitte März fallen, ab dem 1. April 2019 würden dann die neuen Tarife gelten. Allerdings ist der Spielraum für die Portoanpassungen viel niedriger als erwartet. Die Bundesnetzagentur stimmte nämlich einer Erhöhung um 4,8 Prozent für die Produkte zu, die dem sogenannten Price-Cap Verfahren unterliegen. Dazu zählen Briefsendungen bis 1.000 Gramm, also beispielsweise Postkarten, Standardbriefe, Kompaktbriefe und Großbriefe.

Die Post hingegen hatte mit mehr Spielraum gerechnet. Ihre Pläne sahen vor, dass das Porto für einen Standardbrief von 70 auf 80 Cent klettern sollte. Das wäre eine Erhöhung um 14 Prozent. Auch Experten hatten vergleichbare Anhebungen für möglich gehalten. Bliebe es hingegen bei den 4,8 Prozent, dürfte das Porto für einen Standardbrief nur auf 73 Cent steigen.

Allerdings bezieht sich die genehmigte Preisanpassung eben nicht nur auf Standardbriefe, sondern auf alle Briefsendungen innerhalb der Price-Cap Regulierung. Daher könnte die Post eine spürbare Portoerhöhung auf Standardbriefe beschränken und bei anderen Sendungen alles so lassen, wie es ist. Dadurch wäre der Durchschnittswert für die erlaubte Gesamtteuerung eingehalten.

Gleichwohl ist Post-Chef Appel mit der genehmigten Portoerhöhung nicht zufrieden. Und das Verfahren ist auch noch nicht abgeschlossen.

Denn der weitere Ablauf ist so:

  • Nachdem die Bundesnetzagentur den Spielraum für Portoerhöhungen vorläufig auf 4,8 Prozent festgelegt hat, muss die Post die Entscheidung kommentieren. In diesem Zuge hat sie noch einmal die Gelegenheit, ihre Kostensituation ausführlich darzustellen.
  • Die Bundesnetzagentur kann daraufhin einen anderen Durchschnittswert für Portoanpassungen genehmigen. Bleibt sie bei den 4,8 Prozent, muss die Post entscheiden, bei welchen Briefsendungen sie die Tarife erhöht und um wie viel.
  • Die Verteilung der Portoanpassungen muss die Post der Bundesnetzagentur vorlegen.
  • Genehmigt die Bundesnetzagentur die Verteilung, können die neuen Tarife in Kraft treten. Aller Voraussicht nach wird das zum 1. April 2019 der Fall sein.

Bleibt es beim vorläufig genehmigten Spielraum, sollen die neuen Preise bis Ende 2021 gültig sein. Denkbar ist aber, dass die Bundesnetzagentur zustimmt, dass die Post noch vor Ablauf dieses Zeitraums ein neues Antragsverfahren für eine Portoanhebung anstrengen kann.

Als Fazit bleibt jedenfalls, dass der Briefversand ab April definitiv teurer wird. Nur bleibt eben abzuwarten, um wie viel genau sich die Preise erhöhen.

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