Bericht: Unterwegs die richtige Ladesäule fürs E-Auto finden, Teil 1

Bericht: Unterwegs die richtige Ladesäule fürs E-Auto finden, Teil 1

Wer ein Elektroauto fährt, lädt seine Batterie zwar meistens zu Hause auf. Doch manchmal wird es eben notwendig, unterwegs Strom nachzutanken. Berechnungen zufolge findet rund ein Fünftel aller Ladevorgänge von E-Autos an öffentlichen Ladesäulen statt. So einfach wie das Ansteuern einer Benzin- oder Diesel-Zapfsäule ist die Sache mit einer Ladesäule allerdings nicht.

Bericht Unterwegs die richtige Ladesäule fürs E-Auto finden, Teil 1

In einem zweiteiligen Bericht erklären wir, worauf es zu achten gilt, um unterwegs die richtige Ladesäule fürs E-Auto und einen passenden Ladetarif zu finden:

Wie sieht es in Deutschland mit Lademöglichkeiten aus?

Insgesamt gibt er hierzulande aktuell rund 19.000 öffentliche Ladesäulen mit etwa 54.000 Ladepunkten. Die Tarife an den Ladesäulen stellen überwiegend die Energieversorger zur Verfügung, also die örtlichen Stadtwerke oder überregionale Energiekonzerne.

Daneben verkaufen auch einige Autohersteller und Dienstleister wie Telekommunikationsunternehmen und Automobilclubs Ladestrom. Große Supermarktketten und manche Einzelhändler bieten ihren Kunden ebenfalls an, das Auto während des Einkaufens zu laden.

Unterwegs eine Ladesäule zu finden, ist inzwischen kein Problem mehr. Schwieriger ist da schon, sich einen Überblick über die Ladetarife zu verschaffen und die Preise zu vergleichen. Das liegt daran, dass die Tarife unterschiedlich abgerechnet werden. So bezieht sich der Preis mal auf die Kilowattstunden und mal auf die Ladezeit. Teilweise wird pro Ladevorgang, in anderen Fällen über eine Flatrate abgerechnet.

Hinzu kommt, dass Faktoren, die unmittelbar mit dem eigenen E-Auto zusammenhängen, großen Einfluss auf die tatsächlichen Ladekosten haben. Zu diesen Faktoren gehören zum Beispiel die Größe der Batterie, die Ladezeit des Fahrzeugs und die Kilometerzahl, für die Strom benötigt wird.

Die großen Vergleichsportale stellen bislang Tarife für Elektromobilität (noch) nicht dar. Wer ein E-Auto fährt, muss deshalb selbst herausfinden, welche Tarifangebote für ihn in Frage kommen.

Besser eine AC- oder eine DC-Ladesäule nutzen?

Das sogenannte AC-Laden, das Laden mit Wechselstrom, ist am häufigsten verbreitet. Meist beträgt die Ladeleistung an den AC-Säulen 22 Kilowatt (kW).

Im Unterschied dazu arbeiten die DC-Ladesäulen mit Gleichstrom. Sie haben eine höhere Ladeleistung, die oft bei 50 kW liegt. Deshalb kann das E-Auto an einer DC-Ladesäule deutlich schneller aufgeladen werden.

Allerdings sind Schnellladesäulen seltener. Sie stehen überwiegend an Autobahnraststätten. Hinzu kommt, dass das Laden mit Gleichstrom in aller Regel teurer ist als das Laden mit Wechselstrom.

Wie lange ein Ladevorgang dauert, hängt aber nicht nur von der Leistung der Ladesäule und der Größe der Batterie ab. Stattdessen spielt auch eine Rolle, welche Ladeleistung das Ladegerät im E-Auto hat.

Beträgt die maximale AC-Ladeleistung des Fahrzeugs zum Beispiel 7,2 kW, kann das Ladegerät die volle Leistung einer Ladesäule mit 22 kW gar nicht aufnehmen. Folglich dauert das Laden länger. Außerdem ist es gar nicht mit jedem E-Auto möglich, die schnellen DC-Ladesäulen überhaupt zu nutzen.

Passen die Ladestecker von Fahrzeug und Säule zusammen?

Viele Online-Übersichtskarten zeigen an, welche Anschlüsse an einer Ladesäule vorhanden sind. Vorab zu recherchieren, ist aber nicht immer notwendig. Denn hierzulande muss jede AC-Ladesäule mit einer Ladeleistung ab 3,7 kW ermöglichen, sie mit dem Typ 2-Stecker zu nutzen. Dieser Stecker ist in Europa am gängigsten.

Ist das eigene E-Auto mit einer Typ 2-Buchse oder dem kompatiblen Combo 2-Anschluss ausgestattet, kann der Fahrer also jede AC-Ladesäule ansteuern. Gleiches gilt, wenn der Fahrer eine Typ 1-Ladedose mit einem Adapter kombiniert. Allerdings braucht er oft sein eigenes Ladekabel.

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Bei DC-Ladesäulen gilt der Combo 2-Stecker als Mindeststandard. Er wird auch als CCS-Stecker bezeichnet, wobei CCS für Combined Charging System steht. Der Combo 2-Stecker funktioniert mit allen Fahrzeugen, die über eine CCS-Ladedose verfügen.

Das kombinierte Ladesystem CCS sorgt dafür, dass der Fahrer sein Fahrzeug sowohl an CCS-Ladesäulen als auch an AC-Ladesäulen mit einem Typ 2-Anschluss laden kann. Ist im E-Auto hingegen nur eine Typ 2-Ladedose verbaut, ist die Nutzung von Schnellladesäulen nicht möglich.

CCS ist zwar als Mindeststandard für neue DC-Ladesäulen vorgesehen. Trotzdem gibt es Ausnahmen, außerdem stehen ältere Schnellladestationen unter Bestandsschutz. Deshalb kann der Fahrer auf eine Schnellladesäule treffen, die kein CCS unterstützt. Ein Blick vorab auf die Anschlüsse kann deshalb durchaus ratsam sein.

Vor allem japanische Modelle sind oft mit dem Schnellladesystem ChaDeMo ausgerüstet. Da solche Stecker in Europa aber weniger verbreitet sind, sollte sich der Fahrer erkundigen, wo er unterwegs kompatible Ladesäulen findet.

Für Autos des Herstellers Tesla gibt es eigene Ladestationen, die sogenannten Supercharger. Allerdings können die Fahrzeuge über den Typ 2-Stecker auch an herkömmlichen Ladesäulen geladen werden. Ladesäulen, die das CCS- und das ChaDeMo-System unterstützen, kann der Fahrer ebenfalls nutzen. Je nach Automodell braucht er dann aber einen Adapter.

Wie wird der Ladevorgang abgerechnet?

Neben den Kosten für das Laden als solches stellen einige Anbieter eine Grundgebühr in Rechnung. Teilweise werden für die ausgegebene Ladekarte ebenfalls einmalige Kosten fällig. Preisunterschiede ergeben sich außerdem daraus, ob der Fahrer eine AC- oder eine DC-Ladesäule genutzt hat.

Die Abrechnung des Ladevorgangs erfolgt oft auf Basis der Kilowattstunden und damit nach der abgegebenen Strommenge. Möglich ist aber auch eine Abrechnung nach Zeit, also anhand der Nutzungsdauer der Ladesäule. Eine Kombination aus beidem ist ebenfalls denkbar.

In diesem Fall wird zunächst nur der Preis pro Kilowattstunde berechnet. Aber einer gewissen Nutzungsdauer kommt dann der Zeitfaktor dazu. Auf diese Weise soll vermieden werden, dass ein Fahrzeug, das schon aufgeladen ist, eine Ladesäule zu lange blockiert.

Ähnlich wie im Mobilfunk gibt es bei den Tarifen für Elektromobilität außerdem Volumentarife und Flatrates. Gegen einen Festpreis kann der Fahrer dann pro Monat oder pro Jahr eine bestimmte oder bei einer Flatrate eine unbegrenzte Strommenge abnehmen.

Andere Modelle sehen vor, dass für jeden Ladevorgang eine pauschale Gebühr berechnet wird, unabhängig davon, wie lange das Laden dauerte und wie viel Strom dabei geflossen ist.

Eigentlich muss an allen Ladesäulen angezeigt werden, wie teuer eine Kilowattstunde ist. Allerdings fehlt die Preisanzeige bei vielen Ladesäulen.

Das liegt daran, dass es technisch ziemlich aufwendig ist, DC-Ladesäulen mit geeichten Zählern nachzurüsten. In einer Übergangsphase dürfen deshalb auch Ladesäulen ohne Preisanzeige in Betrieb bleiben.

Auch die Frist für Tarife, die rein nach Zeit oder pro Ladevorgang berechnet werden, läuft allmählich aus. Erlaubt bleiben aber Flatrates, eine Grundgebühr pro Nutzung und eine zusätzliche Abrechnung nach Zeit, zum Beispiel in Form einer Parkgebühr.

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