Bericht: Richtiges Verhalten bei Gewitter

Bericht: Richtiges Verhalten bei Gewitter

Der Mensch fürchtet sich seit jeher vor Blitz und Donner. So glaubten etwa die alten Griechen, dass der Göttervater Zeus ein Gewitter nutzte, um seinen Zorn zu entladen. Die Germanen hingegen vermuteten hinter Blitz und Donner Hammerschläge von Thor.

Bericht Richtiges Verhalten bei Gewitter

Zwar haben Gewitter nicht viel mit wütenden Göttern zu tun. Doch ganz unbegründet ist die Angst davor nicht. Schließlich können Blitzeinschläge große Schäden anrichten. Und das betrifft nicht nur Häuser, Stromleitungen oder Elektrogeräte

Schätzungen zufolge werden in Deutschland jedes Jahr etwa 800 Menschen vom Blitz getroffen. Die meisten von ihnen überleben, allerdings sind die Verletzungen mitunter sehr schwer.

Umso wichtiger ist deshalb, nie zu unterschätzen, wie gefährlich ein Gewitter ist – und sich richtig zu verhalten:

Aktuelle Berichte über Gewitter durch BLIDS

Der Blitzinformationsdienst von Siemens, kurz BLIDS, arbeitet mit knapp 160 verbundenen Messstationen, die sich in Europa verteilen. Dadurch können Gewitterblitze bis auf 100 Meter genau geortet werden.

Wird ein Blitzschlag verzeichnet, stehen die Informationen dazu wenige Sekunden später zur Verfügung. Zusätzlich dazu gibt es eine Karte, auf der alle Blitzeinschläge der vergangenen zwei Stunden vermerkt sind und die im 15-Minuten-Takt aktualisiert wird.

Die aktuellen Wetterdaten sind einerseits für Unternehmen wichtig, die Aktivitäten im Freien planen. Das können Konzerte, Festivals, aber zum Beispiel auch Ballonfahrten sein. Andererseits kann jeder, der einen Ausflug unternehmen möchte oder sich einfach für die Gewitterlage interessiert, auf die Daten zurückgreifen.

Und auch Statistik-Fans kommen auf ihre Kosten. So gibt es unter anderem Analysen zur Gesamtzahl der Blitzeinschläge in einem Jahr. Außerdem wird ermittelt, in welchen Regionen es die geringste Blitzdichte gab und welcher Ort die Blitzhauptstadt war.

Zur Info:

In den vergangenen drei Jahren schlug der Blitz hierzulande im Durchschnitt etwas mehr als eine halbe Million Mal jährlich ein. Dabei nimmt die Blitzdichte insgesamt von Süden nach Norden hin ab.

Die Faustregel für die Entfernung des Gewitters

Je näher ein Gewitter ist, desto gefährlicher ist es. Die größte Gefahr besteht, wenn das Gewitter direkt über einem wütet. Zieht ein Gewitter auf oder kommt es näher, ist es deshalb unbedingt ratsam, Schutz zu suchen. Doch wie lässt sich feststellen, wie nah ein Gewitter ist?

Dafür gibt es folgende Faustregel:

Eine Sekunde zwischen Blitz und Donner entspricht 300 Metern.

Liegen zwischen Blitz und Donner also zum Beispiel zehn Sekunden, ist das Gewitter ungefähr drei Kilometer entfernt.

Gleichzeitig ist das eine Art Grenzwert:

Vergehen zwischen Blitz und Donner weniger als zehn Sekunden, ist das Gewitter schon so gut wie da – und es wird allerhöchste Zeit, sich in Sicherheit zu bringen.

Volksweisheiten und Mythen

Eine alte Volksweisheit zum Gewitter lautet: „Eichen sollst du weichen, Buchen sollst du suchen.“ Nur ist diese Volksweisheit alles andere als weise! Ganz im Gegenteil ist es sogar lebensgefährlich, sich bei einem Gewitter unter einen Baum zu stellen.

Denn Blitze schlagen recht oft in Bäume ein. Und wenn das passiert, springt der Blitz häufig auf einen Menschen über, der sich in der Nähe befindet. Dabei ist es dem Blitz völlig egal, ob es sich bei dem Baum um eine Eiche, eine Buche oder einen anderen Baum handelt. Der Blitz ist hier nicht wählerisch.

Bei einem Gewitter muss das Ziel sein, dem Blitz so wenig Angriffsfläche wie möglich zu bieten. Dazu gleich mehr.

Zuvor aber noch ein anderer Mythos:

So mancher erinnert sich vielleicht noch an die mahnenden Worte, während eines Gewitters nicht zu duschen. An dieser Warnung ist tatsächlich etwas dran. Zumindest ist das in Altbauten so. Denn hier bestehen die Wasserleitungen oft noch aus Metall und sind zudem nicht geerdet.

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Das Risiko, dass ein Blitz in das Haus einschlägt, den Weg über die metallenen Wasserrohre nimmt und schließlich den Duschenden trifft, ist zwar eher gering. Trotzdem ist es besser, eben kein unnötiges Risiko einzugehen und mit dem Duschen zu warten, bis das Gewitter vorbei ist.

Richtiges Verhalten bei Gewitter

Bei einem Gewitter zählt, dass der Blitz möglichst wenig Angriffsfläche haben sollte. Denn je weniger Angriffsfläche vorhanden ist, desto geringer ist das Risiko, dass er dort einschlägt. Doch was heißt das für die Praxis?

Hier die wichtigsten Verhaltensregeln:

Drinnen Schutz suchen

Ist nur Donner zu hören, sind aber noch keine Blitze zu sehen, ist das Gewitter höchstens zehn Kilometer entfernt. Dann wird es Zeit, reinzugehen. Den besten Schutz bieten Gebäude mit Blitzableitern und Autos. Da Autos einen in sich geschlossenen Raum bilden, fließt der Blitzstrom im Ernstfall über die Metallkarosserie nach außen ab.

Generell ist es bei einem Gewitter keine gute Idee, sich draußen aufzuhalten. Allerdings ist nicht jeder Unterschlupf geeignet. Eine einfache Holzhütte etwa, die zudem noch zwischen Bäumen steht, ist eine denkbar schlechte Wahl.

In die Nähe eines höheren Punktes stellen

Ist weder ein Haus mit Blitzableiter noch das Fahrzeug zu erreichen, ist es ratsam, sind neben einem höheren Punkt hinzustellen.

Das kann zum Beispiel der Metallmast von einer Hochspannungsleitung oder eine Straßenlaterne sein. Der Abstand zu diesem Punkt sollte um die drei Meter betragen. So lässt sich verhindern, dass der Blitz auf den Körper überschlägt.

Wichtig ist außerdem, die Füße so eng zusammenzustellen, dass sie sich berühren. Im Fall eines Blitzeinschlags kommt es dadurch nicht zur sogenannten Schrittspannung.

Hintergrund hierzu ist, dass sich der Blitzstrom von der Einschlagstelle aus kreisförmig ausbreitet. Stehen die Füße auseinander, ergibt sich ein Spannungsunterschied und der Strom kann durch den Körper fließen. Berührt der Körper den Boden hingegen nur an einem Punkt, besteht diese Gefahr nicht.

Auf freier Fläche in die Hocke gehen

Mitten in der Natur ist es empfehlenswert, eine Fläche aufzusuchen, die niedriger liegt. Hier dann die Füße zusammenstellen und in die Hocke gehen. Denn ein Blitz sucht sich bevorzugt Punkte aus, die hervorragen.

In einer Gruppe sollten sich die Mitglieder weit über die Fläche verteilen. Andernfalls bilden sie zusammen eine kompakte Erhebung. Und: Sollte in der Nähe der Blitz einschlagen, ist sehr wichtig, nicht wegzulaufen.

Weil sich der Blitzstrom kreisförmig im Boden ausbreitet, kann sonst die Schrittspannung entstehen. Sie kann schwere Verletzungen hervorrufen und schlimmstenfalls sogar tödlich enden.

Metallgegenstände aus der Hand legen

Alles, was aus Metall besteht, hat bei einem Gewitter nichts in der Hand zu suchen. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand vom Blitz getroffen wird, steigt zwar nicht, nur weil er einen Wanderstock, sein Handy oder den Fahrradlenker festhält. Aber wenn es zu einem Blitzeinschlag kommt, leitet das Metall den Strom besonders gut.

Vorsicht ist außerdem in den Bergen geboten. Über Felsgestein kann sich der Blitzstrom nämlich kilometerweit ausbreiten. Vor einem Ausflug ist deshalb ratsam, den Wetterbericht abzurufen. Und während der Tour sollte der Blick regelmäßig Richtung Himmel gehen.

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