Bericht: Die wichtigsten Infos zum Blutspenden, 2. Teil

Bericht: Die wichtigsten Infos zum Blutspenden, 2. Teil

Ob nach einer schweren Verletzung, bei einigen Erkrankungen oder während einer Geburt: Es gibt viele Situationen, in denen eine Bluttransfusion dringend benötigt wird. Doch damit die lebensrettende Transfusion verfügbar ist, muss es zuvor entsprechende Blutspenden gegeben haben. Den meisten Menschen ist klar, dass Blutspenden sehr wichtig sind. Und viele sprechen sich grundsätzlich dafür aus. Trotzdem ist der Prozentsatz der Leute, die auch wirklich regelmäßig Blut spenden, in Deutschland verschwindend klein.

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Bericht Die wichtigsten Infos zum Blutspenden, 2. Teil

Die geringe Spendenbereitschaft könnte darauf zurückgehen, dass viele über das Blutspenden kaum Bescheid wissen. Deshalb haben wir in einem zweiteiligen Bericht die wichtigsten Infos zum Blutspenden zusammengestellt. Dabei haben wir im 1. Teil den Ablauf einer Blutspende beschrieben.

Außerdem haben wir beantwortet, wie lange eine Blutspende dauert, wie oft sie möglich ist und was mit dem gespendeten Blut passiert.

Hier ist der 2. Teil!:

Welche Voraussetzungen müssen für eine Blutspende erfüllt sein?

Das Blutspenden muss sicher sein, sowohl für den Spender als auch für den späteren Empfänger. Aus diesem Grund müssen für eine Blutspende bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein.

Dazu gehört zunächst einmal, dass sich der Spender gut und fit fühlt. Außerdem sollte er keine ansteckenden oder chronischen Krankheiten haben. Der Fragebogen, den der Spender ausfüllt, fragt  ab, ob akut Erkrankungen vorliegen, welche Krankheiten der Spender bereits hatte und welche Medikamente er regelmäßig einnimmt. Der Arzt klärt im Gespräch den Gesundheitszustand dann auch noch einmal ab.

Weitere Voraussetzung für eine Blutspende sind:

  • Alter zwischen 18 und 68 Jahren, in einigen Bundesländern bis 76 Jahre, bei der ersten Blutspende

  • Körpergewicht über 50 Kilogramm

  • Hämoglobin-Wert über 12,5 g/dl bei Frauen und 13,5 g/dl bei Männern

  • normale Blutdruckwerte

  • kein Fieber und keine Erkältungssymptome

  • Impfungen mit Lebendimpfstoffen liegen mehr als vier Wochen zurück

  • keine Tätowierungen in den vergangenen vier Monaten

Frauen dürfen außerdem nicht schwanger sein. Die Regelblutung hingegen ist kein Problem.

Ob eine Blutspende möglich ist, entscheidet sich immer vor Ort, nachdem die Untersuchungen abgeschlossen sind und der Arzt grünes Licht gegeben hat. Wer sich vorab aber schon einen Überblick verschaffen möchte, kann online den Spende-Check des DRK nutzen.

Auslandsaufenthalte und sexuelles Risikoverhalten als Ausschlusskriterien

Hat sich der Spender im vergangenen halben Jahr im Ausland aufgehalten, kann es sein, dass er kein Blut spenden kann. Entscheidend dabei ist, wo er war. Bei einem Aufenthalt in tropischen Gebieten ist keine Blutspende möglich. Auf diese Weise sollen Tropenkrankheiten vermieden werden.

Ansonsten hängt es vom Krankheitsgeschehen ab, ob und welche Regionen aktuell zu einem Ausschluss führen. Ein Beispiel dafür ist, wenn sich der Spender zwischen 1980 und 1996 länger als sechs Monate in Großbritannien aufgehalten hat. So soll das Risiko einer Übertragung der Creutzfeld-Jacob-Krankheit ausgeschlossen werden.

Ein weiteres Ausschlusskriterium ist ein sexuelles Risikoverhalten. Dazu zählen Geschlechtsverkehr mit oft wechselnden Partnern und Prostitution. Eine Blutspende ist in diesem Fall erst zwölf Monate nach dem letzten Geschlechtsverkehr möglich. Überlegt wird aber, ob dieser Zeitraum nicht auf vier Monate verkürzt werden kann.

Eine umstrittene Regelung ist, dass homosexuelle und transsexuelle Personen ebenfalls zur Risikogruppe gezählt werden.

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Gemäß der „Richtlinie Hämotherapie“ der Bundesärztekammer haben homosexuelle Männer ein deutlich erhöhtes Risiko, schwere Infektionskrankheiten wie Hepatitis B und C oder HIV über das Blut zu übertragen. Aus diesem Grund sind sie ebenfalls für zwölf Monate ab dem letzten Geschlechtsverkehr von einer Blutspende ausgeschlossen.

Ist Blutspenden gesund?

Beim Blutspenden geht es in erster Linie darum, anderen zu helfen und möglicherweise sogar Leben zu retten. Doch eine Blutspende kann sich auch auf die eigene Gesundheit positiv auswirken.

So gibt es Studien, die darauf hinweisen, dass regelmäßiges Blutspenden einen zu hohen Blutdruck senken kann. Ein anderer Aspekt ist, dass sich das Blut erneuert. Denn der Körper ersetzt die Blutzellen und die Proteine, die bei der Blutspende entnommen wurden.

Bei einer Blutspende verbraucht der Körper ungefähr 2.000 kCal zusätzlich. Zumindest an diesem Tag kann also ohne schlechtes Gewissen geschlemmt und genascht werden.

Außerdem profitiert der Blutspender bei jeder Blutspende von einem Gesundheitscheck. Neben der Messung von Blutdruck, Puls und Hämoglobin-Wert wird nämlich das gespendete Blut im Labor untersucht.

Zum Standard gehören dabei Tests auf HIV, Syphilis, Hepatitis und Ringröteln. Sollten Unregelmäßigkeiten auftreten, wird der Blutspender sofort informiert.

Die Blutgruppe und der Rhesusfaktor werden ebenfalls bei jeder Blutspende bestimmt. Diese beiden Daten werden dann auch in den Blutspendeausweis eingetragen, den der Blutspender erhält.

Bekommt der Blutspender eine finanzielle Entschädigung für seine Blutspende?

Fast jede fünfte Blutspende kommt einem Krebspatienten zugute, der sie zum Beispiel während einer Operation oder nach einer Chemotherapie braucht. Daneben werden Bluttransfusionen nach Unfällen und Verletzungen, bei Geburten, bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und in vielen anderen Fällen eingesetzt.

Jeder sollte sich im Klaren sein, dass er selbst in eine Situation kommen kann, in der eine Blutspende sein Leben rettet. Für die meisten Blutspender ist das gute Gefühl, helfen zu können, deshalb Entschädigung genug.

Die Blutspendedienste des DRK zahlen keine Aufwandsentschädigungen aus. Allerdings erhalten die Spender neben Getränken und Snacks oft ein kleines Geschenk als Dankeschön. Blutspender, die über Jahre hinweg regelmäßig Blut spenden, werden außerdem mit Auszeichnungen geehrt.

Gibt es noch andere Blutspende-Arten?

Wenn eine Blutspende-Aktion beworben wird, dann ist damit so gut wie immer die Vollblutspende gemeint, die wir in unserem Bericht beschrieben haben. Allerdings gibt es auch andere Varianten.

Ein Beispiel dafür ist die Plasmaspende, die auch Plasmapherese genannt wird. Bei diesem Verfahren wird das Blut noch während der Spende aufgeteilt. Nur das Blutplasma wird entnommen, die roten und weißen Blutkörperchen erhält der Spender direkt wieder zurück.

Die Plasmapherese ist aufwändiger als eine herkömmliche Vollblutspende und dauert deshalb länger. Mindestens 30 Minuten sollte der Spender für die eigentliche Plasmaspende einplanen.

Auf einem ähnlichen Prinzip basieren die Erythrozyten- und die Thrombozyten-Spende. Auch hier spendet der Blutspender kein Vollblut, sondern nur rote Blutzellen oder Blutplättchen.

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