Bericht: Die wichtigsten Infos zum Blutspenden, 1. Teil

Bericht: Die wichtigsten Infos zum Blutspenden, 1. Teil

Blutspenden können Leben retten. So zum Beispiel, wenn nach einem schweren Unfall, während einer Geburt oder bei bestimmten Erkrankungen eine Bluttransfusion notwendig wird. Doch obwohl jeder weiß, wie wichtig Blutspenden sind, und sich sehr viele Menschen grundsätzlich dafür aussprechen, ist der Prozentsatz der Deutschen, die tatsächlich regelmäßig Blut spenden, sehr klein.

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Bericht Die wichtigsten Infos zum Blutspenden, 1. Teil

Ein möglicher Grund für die doch überschaubare Spendenbereitschaft könnte sein, dass viele gar nicht wissen, wie eine Blutspende abläuft und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen.

In einem zweiteiligen Bericht fassen wir deshalb die wichtigsten Infos zum Blutspenden zusammen:

Wie ist der Ablauf bei einer Blutspende?

In Deutschland ist die Vollblutspende die gängigste Spendenart. Deshalb beziehen wir uns auch auf diese Form. Der Ablauf gliedert sich dann in mehrere Schritte:

Einen Blutspende-Termin vereinbaren

Die Blutspendedienste des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) sind die wichtigste Anlaufstelle für Blutspenden in Deutschland. Sie nehmen rund 75 Prozent aller Vollblutspenden ab. Zusätzlich dazu gibt es staatliche und kommunale Blutspendedienste sowie Blutspendedienste von Universitäten.

Blutspende-Termine werden oft in der Zeitung oder durch Plakate vor Ort beworben. Auch auf den Internetseiten der Blutspendedienste werden die nächsten Termine veröffentlicht. Wer sich schon im Vorfeld informieren möchte, kann zum Beispiel die Termin-Datenbank des DRK nutzen.

Meistens ist es möglich, sich einen persönlichen Termin online zu reservieren. Das verkürzt mögliche Wartezeiten.

Auf die Blutspende vorbereiten

Großartig vorbereiten, muss sich der Blutspender auf den Termin eigentlich nicht. Wichtig ist nur, dass er möglichst ausgeruht ist, etwas gegessen hat und an seinen Personalausweis oder einen anderen Lichtbildausweis denkt.

Außerdem sollte der Blutspender genug trinken. Bei einer Blutspende werden 500 Milliliter Blut abgenommen. Um den Kreislauf nicht unnötig zu belasten, sollte er deshalb nicht zusätzlich einen Flüssigkeitsmangel bewältigen müssen. Im Wartebereich sind in aller Regel kostenfreie Getränke für die Spender aufgebaut.

Die Anmeldung

Im Wartebereich meldet sich der Blutspender an. Ein Mitarbeiter prüft den Personalausweis. Handelt es sich um die erste Blutspende, werden außerdem die Daten erfasst.

Sie werden anschließend in den Blutspendeausweis eingetragen, den der Blutspender erhält. Daneben bekommt der Blutspender einen Fragebogen zum Ausfüllen.

Die Untersuchung vor der Blutspende

Nachdem sich der Blutspender angemeldet hat, muss geklärt werden, ob er die Voraussetzungen für eine Blutspende erfüllt. Dazu findet ein kurzes Gespräch mit einem Arzt statt. Bei dem Gespräch erkundigt sich der Arzt nach dem Befinden und geht zusammen mit dem Blutspender den ausgefüllten Fragebogen durch.

Im Rahmen der Voruntersuchung werden dann noch der Blutdruck, der Puls und die Körpertemperatur gemessen. Außerdem wird ein Tropfen Blut aus dem Finger oder dem Ohrläppchen entnommen.

Mit dieser Probe wird der Hämoglobin-Wert ermittelt. Der sogenannte HB-Wert gibt den Gehalt an Eisen an und lässt dadurch Rückschlüsse auf den Sauerstoffgehalt im Blut zu. Damit eine Blutspende möglich ist, muss der Hämoglobin-Wert bei Frauen über 12,5 g/dl und bei Männern über 13,5 g/dl liegen.

Die Blutspende-Ablauf

Ist soweit alles in Ordnung, macht es sich der Blutspender auf einer Liege bequem. Ein Mitarbeiter des Blutspendedienstes legt dann einen Zugang in die Armvene. Die Mitarbeiter haben viel Erfahrung bei Blutabnahmen. Deshalb wissen sie, an welcher Stelle sie ansetzen müssen, selbst wenn die Vene nicht optimal ist.

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Bei der Blutabnahme werden ein paar Röhrchen gefüllt, die im Labor auf Auffälligkeiten untersucht werden. Dadurch ist sichergestellt, dass nur gesundes Blut verarbeitet wird. Nebenbei profitiert auch der Spender von dem Gesundheitscheck, denn falls etwas nicht in Ordnung ist, wird er umgehend informiert.

Die eigentliche Blutspende fließt in einen speziellen Beutel. Er wird auch als Spendegebinde bezeichnet. Bis der Beutel voll ist, dauert es ungefähr zehn Minuten. In dieser Zeit kann sich der Blutspender entspannt zurücklehnen.

Stärkung nach der Blutspende

Ist der Beutel voll und der Zugang wieder entfernt, bleibt der Blutspender noch einen Moment liegen. Anschließend kann er sich im Wartebereich mit einem kleinen Imbiss stärken.

Nach einer guten Viertelstunde hat sich der Kreislauf soweit stabilisiert, dass sich der Blutspender wieder ins Alltagsleben stürzen kann. Trotzdem sollte er es etwas ruhiger angehen.

Mit dem Auto nach Hause zu fahren, ist kein Problem. Einen Saunabesuch sollte er aber verschieben und auch sehr anstrengende Sportarten sind in den beiden Tagen nach der Blutspende tabu.

Wie lange dauert eine Blutspende?

Die Blutspende als solches ist in ungefähr zehn Minuten erledigt. Allerdings nehmen die Anmeldung, die Voruntersuchung, die Wartezeiten und der Snack nach der Spende etwas Zeit in Anspruch. Insgesamt sollte der Spender für den Termin deshalb eine gute Stunde einplanen.

Wie oft sind Blutspenden möglich?

Nach einer Blutspende muss der Körper frisches Blut bilden. Weil das etwas dauert, müssen bei den Blutspendediensten des DRK mindestens 56 Tage zwischen zwei Blutspenden liegen. Insgesamt dürfen Männer sechsmal und Frauen viermal pro Jahr Blut spenden.

Was die Häufigkeit angeht, kann es zwischen den Blutspendediensten und auch je nach Land aber Unterschiede geben. In der Schweiz zum Beispiel sind für Männer nur vier und für Frauen nur drei Blutspenden jährlich erlaubt.

Was passiert mit dem gespendeten Blut?

Das gespendete Blut wird in einer Zentrifuge in seine einzelnen Bestandteile getrennt. Rund 45 Prozent des Blutes machen die roten Blutzellen, die sogenannten Erythrozyten aus. Um die 55 Prozent sind Blutflüssigkeit, auch Plasma genannt. Außerdem gibt es noch die weißen Blutkörperchen und die Blutplättchen.

Die roten Blutkörperchen werden eingesetzt, um große Blutverluste auszugleichen. Das kann zum Beispiel nach einem Unfall oder bei bestimmten Erkrankungen der Fall sein.

Das Plasma wird bei minus 40 Grad eingefroren und vier Monate später noch einmal untersucht. Teilweise wird das Plasma dann Patienten verabreicht, der Hauptteil wird aber benötigt, um Medikamente herzustellen.

Die Blutplättchen, die sogenannten Thrombozyten, sind für die Gerinnung zuständig. Auch sie kommen nach Unfällen, bei Operationen oder bei Chemotherapien zum Einsatz. Allerdings können Blutplättchen nur innerhalb von vier Tagen nach der Spende übertragen werden.

Außerdem müssen sie bei Raumtemperatur gelagert und ständig bewegt werden. Sonst würden sie gerinnen. Die weißen Blutzellen werden entsorgt.

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Hier schreiben Marion Kalinski, 37 Jahre, Deutschlehrerin, Armin Wischhusen, 42 Jahre und freier Journalist, Christian Gülcan Redakteur und Inhaber der Webseite, sowie Denise Menke, geboren 1969, Inhaberin einer Presseagentur. Wir möchten Wissenswertes zu Themen die aktuell in Deutschland sind vermitteln, sowie diverse Anleitungen und Tipps für Schule, Studium oder Beruf weitergeben.

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