Bericht: So gefährlich sind Giftpflanzen für Kinder
Kleine Kinder finden bunte Beeren und farbenfrohe Blüten oft sehr faszinierend. Dazu kommt, dass sie sich beim Erkunden ihrer Umgebung vieles in den Mund stecken. Doch dadurch kann es schnell passieren, dass die Kleinen eine giftige Pflanze verschlucken, wenn sie im Garten, im Park oder im Wald spielen.

Nur: Wie gefährlich sind Giftpflanzen für Kinder? Woran erkenne ich, ob eine Pflanze giftig ist? Und wie verhalte ich mich, wenn mein Kind etwas Giftiges verschluckt hat?
In diesem Bericht geben wir Antworten!:
Einen Moment lang nicht hingeschaut und schon ist es passiert: Das Kleinkind hat die leuchtend rote Beere von der Pflanze am Wegesrand gepflückt und gegessen.
Vor allem Kinder im Alter zwischen vier und 18 Monaten erkunden die Welt nicht nur mit den Augen und den Händen, sondern auch mit dem Mund.
Wie fühlt sich ein Gegenstand an? Welche Form hat er? Ist er hart oder weich, warm oder kalt?
Die kindliche Neugier ist zwar gut und wichtig, bringt aber auch Gefahren mit sich. So können sich die Kinder an Kleinteilen verschlucken oder giftige Chemikalien und eben Giftpflanzen zu sich nehmen.
Dieses Risiko bleibt zudem bestehen. Denn auch ältere Kinder neigen noch dazu, Pflanzen oder Pflanzenteile zu essen, die lecker aussehen oder die sie an bekannte Lebensmittel erinnern.
Inhalt
Apps zum Erkennen von Giftpflanzen
Vor allem im Frühling und Sommer wachsen in Gärten, Parks und Wäldern viele Pflanzen, die giftig sein können. Um sie zu erkennen, kannst du auf deinem Smartphone eine spezielle App installieren.
Machst du ein Foto vom Blatt, der Blüte oder der Frucht einer Pflanze, kann die App die Pflanze einer Art zuordnen. Je nach Anbieter bestimmen die Apps aber nicht nur die Pflanze, sondern informieren auch darüber, ob und wie giftig sie ist.
Andererseits stellte der Arzt und Naturphilosoph Paracelsus bekanntermaßen schon im 16. Jahrhundert fest, dass die Dosis das Gift macht. So sind nicht immer alle Teile einer Pflanze giftig.
Außerdem verschlucken Kinder in aller Regel nur sehr kleine Mengen.
Die gute Nachricht an dieser Stelle ist deshalb, dass in den meisten Fällen rechtzeitiges Eingreifen ernsthafte Schäden zum Glück verhindert.
Besonders verlockende Giftpflanzen
Als die am häufigsten angefragten, für den Menschen potenziell gefährlichen Pflanzen nennt die Stiftung Kindergesundheit die Eibe, den Holunder, das Maiglöckchen, rohe Gartenbohnen, den Goldregen, den Aronstab, die Narzisse, den Lebensbaum, Wolfsmilchgewächse, den wilden Wein und den Oleander.
Vor allem der kleine, rot leuchtende Samenmantel der Eibe zieht Kinder oft an. Tatsächlich ist das Fruchtfleisch auch der einzige genießbare Teil des Nadelbaumes.
Allerdings enthält der Samen, der unter dem roten Samenmantel steckt, den Giftstoff Taxin. Schon kleine Mengen dieses Giftstoffs können schwere Vergiftungen hervorrufen und sogar zum Tod führen.
Bereits wenige hundert Gramm der Nadeln oder der Zweige der Eibe sind für ein ausgewachsenes Pferd oder Rind tödlich. Bei einem Kleinkind ist die gefährliche Menge entsprechend erheblich geringer.
Schon kurz nach der Aufnahme setzen Bewusstseins- und Kreislaufstörungen ein. Innerhalb weniger Stunden kann es zu einer tödlichen Atemlähmung kommen. Das Problem ist, dass Eiben zu den sehr beliebten Heckenpflanzen gehören und deshalb in vielen Gärten und Parkanlagen anzutreffen sind.
Auch Holundersträucher sind weit verbreitet.
Obwohl wir uns gerne Tees und Limonaden mit Holunderbeeren schmecken lassen, ist die Pflanze nicht ganz ungefährlich.
Denn in den Beeren und Blättern des Holunders ist Sambunigrin enthalten. Sambunigrin ist zwar ein eher schwaches Pflanzengift. Weil es durch Hitze abgebaut wird, ist ein Holundertee zum Beispiel unbedenklich. Aber das Pflanzengift kann Magen-Darm-Beschwerden hervorrufen, wenn die Kinder etwa die rohen Beeren essen.
Beliebte und weit verbreitete Pflanzen wie Eisenhut, Herbstzeitlose, Tollkirsche, Engelstrompete, Stechapfel oder Rizinus enthalten ebenfalls giftige Stoffe. Gleiches gilt für den Schierling, der oft an Feldrändern wächst oder Wege säumt.
Er gehört zu den giftigsten einheimischen Gewächsen. Alle Teile der Pflanze enthalten das Nervengift Coniin. Schon bei einer Berührung kann das Nervengift die Haut reizen und über die Haut aufgenommen werden.
Bei einer Vergiftung mit der Pflanze stellen sich die ersten Symptome bereits nach 15 Minuten ein.
Für die giftige Wirkung des Schierlings gibt es sogar ein prominentes Beispiel. So soll der griechische Philosoph Sokrates hingerichtet worden sein, indem ihm ein Getränk verabreicht wurde, das aus den zerdrückten Früchten der Pflanze und Wasser bestand.

Das richtige Verhalten bei einer möglichen Vergiftung
Befürchtest du, dass dein Kind eine giftige Pflanze in den Mund genommen oder sogar geschluckt hat, solltest du umgehend den Giftnotruf wählen. Warte nicht ab, ob sich mögliche Symptome einer Vergiftung zeigen.
Bundesweit gibt es mehrere Giftinformations- und Giftnotrufzentren, die rund um die Uhr besetzt sind.
Ihre Rufnummern lauten:
- Berlin: 030/19240
- Bonn: 0228/19240
- Erfurt: 0361/730730
- Freiburg: 0761/19240
- Göttingen: 0551/19240
- Mainz: 06131/19240
- München: 089/19240
Außerdem sollte dein Kind möglichst viel Wasser, Tee oder Saft trinken. Gib ihm aber auf keinen Fall Milch, weil das die Aufnahme des Giftes begünstigt. Auch auf Maßnahmen, die dazu führen, dass dein Kind erbricht, solltest du verzichten.
Eine Vergiftung äußert sich durch Symptome wie Bauchschmerzen, gereizte Schleimhäute, vermehrten Speichelfluss oder andersherum einen trockenen Mund, Erbrechen und Durchfall.
Denkbar ist aber auch, dass dein Kind verwirrt ist, apathisch wirkt, krampft oder Herzrasen hat. Welche Symptome in welchem Ausmaß auftreten, hängt von der Pflanze und der Dosis ab.
Dabei gilt: Sobald sich Symptome einer Vergiftung zeigen, solltest du sofort einen Rettungswagen rufen oder dein Kind in die Notaufnahme bringen.
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Thema: Bericht: So gefährlich sind Giftpflanzen für Kinder
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