Bericht: 6 Mythen rund um Sonnenschutz im Check
Im Sommer zieht es uns nach draußen in den Garten, in den Park, ins Freibad oder an den See. Unseren Urlaub verbringen wir am Meer oder in den Bergen. Dass wir uns mit Sonnenmilch eincremen, um unsere Haut vor einem Sonnenbrand zu schützen, ist klar. Aber reicht es auch aus, wenn wir uns einfach in den Schatten setzen? Beugt Vorbräunen einem Sonnenbrand vor? Wird die Haut schneller braun, wenn wir einen Sonnenbrand hatten? Und müssen wir sogar in die Sonne, um einem Vitamin-D-Mangel vorzubeugen?

Es kann richtig guttun, die Wärme der Sommersonne auf der Haut zu spüren. Halten wir uns aber zu lange in der Sonne auf, können die UV-Strahlen unserer Haut schaden und einen Sonnenbrand verursachen.
Ein Sonnenbrand wiederum lässt unsere Haut schneller altern und begünstigt zudem Hautkrebs.
Vor allem bei hoher UV-Strahlung ist ein guter Sonnenschutz deshalb umso wichtiger. Allerdings gibt es gerade zu diesem Thema viele Irrtümer, die sich hartnäckig halten.
Wir stellen sechs Mythen rund um den Sonnenschutz auf den Prüfstand:
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Inhalt
- 1 Mythos: Schatten schützt vor einem Sonnenbrand.
- 2 Mythos: Kleidung ist ein wirksamer Sonnenschutz.
- 3 Mythos: Vorgebräunte Haut verbrennt nicht.
- 4 Mythos: Bei wasserfester Sonnencreme reicht ein einmaliges Eincremen.
- 5 Mythos: Nach einem Sonnenbrand bräunt die Haut schneller.
- 6 Mythos: Wer nie in die Sonne geht, riskiert einen Mangel an Vitamin D.
Mythos: Schatten schützt vor einem Sonnenbrand.
Es stimmt zwar, dass die Menge an UV-Strahlen, der wir ausgesetzt sind, im Schatten geringer ist. Komplett vor UV-Strahlen schirmt uns Schatten aber nicht ab.
Sitzen wir unter einem Sonnenschirm oder einem Baum, gelangt die Strahlung aus der Umgebung nach wie vor an unsere Haut. Luftpartikel oder Wasser zum Beispiel können die UV-Strahlen nämlich reflektieren.
Einen besseren Schutz bieten da schon hohe Gebäude, Häuserschluchten oder dichte Wälder. Denn sie verschatten auch einen Großteil des Himmels, wodurch weniger der schädlichen Strahlen zu uns durchkommen.
Allerdings lässt sich oft nur schwer beurteilen, wie viel Schutz Schattenplätze oder auch Wolken am Himmel tatsächlich bieten. Aus diesem Grund solltest du dich immer eincremen, auch wenn du im Schatten sitzt.
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Mythos: Kleidung ist ein wirksamer Sonnenschutz.
Es gibt spezielle UV-Schutz-Kleidung, die durch ihr sehr dichtes Gewebe tatsächlich vor Sonnenbrand schützt. Bei normaler Kleidung ist es so, dass Kunstfasern besser schützen als Baumwolle, weil sich Fasern wie zum Beispiel Polyester feiner weben lassen.
Außerdem bietet schwarze Kleidung mehr Schutz als weiße. Während weiße Textilien rund 40 Prozent der UV-Strahlen durchlassen, sind es bei schwarzen Textilien nur etwa drei Prozent.
Trotzdem kann normale Kleidung ein Sonnenschutzmittel nur bedingt ersetzen. Creme dich deshalb besser ein.
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Mythos: Vorgebräunte Haut verbrennt nicht.
Dieser Mythos ist leider falsch. Dazu musst du wissen, wie die Haut reagiert, wenn sie intensiver Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist.
Die Haut produziert Stoffe wie das Protein Keratin oder das Pigment Melanin, um die Haut auf natürlichem Wege vor Sonnenschäden zu schützen. Nehmen wir ein Sonnenbad, entsteht an den betroffenen Hautstellen Melanin, das die Haut als Schutzreaktion des Körpers braun färbt.
Je nach Hauttyp bilden manche Leute mehr und andere Leute weniger Melanin. Dadurch unterscheidet sich auch die sogenannte Eigenschutzzeit voneinander. Die Eigenschutzzeit beschreibt den Zeitraum, in dem wir uns ohne Schutz der Sonne aussetzen können.
Ist deine Haut bereits gebräunt, erreichst du zwar einen etwas höheren Lichtschutzfaktor. Allerdings ist er so gering, dass du die Eigenschutzzeit deiner Haut von zehn auf höchstens 30 bis 40 Minuten verlängern kannst. Danach droht ein Sonnenbrand.
Übrigens spielt es für das Sonnenbrandrisiko keine Rolle, ob deine Haut durch die natürliche Sonne oder durch künstliche Strahlen auf der Sonnenbank gebräunt ist.
Tatsächlich solltest du mit Blick auf die gesundheitlichen Risiken sogar besser aufs Solarium verzichten.
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Mythos: Bei wasserfester Sonnencreme reicht ein einmaliges Eincremen.
Obwohl auf vielen Produkten damit geworben wird, dass sie wasserfest sind und die Schutzwirkung lange anhält, solltest du nach einiger Zeit unbedingt noch einmal Sonnenmilch auftragen.
Wasserfest bei einer Sonnenmilch heißt, dass mindestens die Hälfte des UV-Schutzfaktors noch vorhanden ist, wenn du zweimal 20 Minuten Wasserkontakt hattest.
Extra wasserfest darf sich eine Sonnencreme nennen, wenn dieser Prozentsatz nach vier 20-minütigen Wasserkontakten besteht.
Allerdings spielen an dieser Stelle noch viele andere Faktoren eine Rolle. So kommt es zum Beispiel darauf an, wo du badest, wie gut deine Haut die Creme aufnimmt oder wie stark du schwitzt.
Hautärzte raten deshalb, dich spätestens alle zwei Stunden neu einzucremen, unabhängig von der Wasserfestigkeit deiner Sonnenmilch.

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Mythos: Nach einem Sonnenbrand bräunt die Haut schneller.
Beim Sonnenbrand handelt es sich um eine Entzündung der Haut. Es gibt Hinweise darauf, dass diese Entzündung und die Bräunung der Haut zusammenhängen.
Denn bestimmte Zellen des Immunsystems können bei einem leichten Sonnenbrand Stoffe bilden, die dazu führen, dass in der Haut schneller Melanin produziert wird. Gänzlich erforscht ist dieser Sachverhalt aber noch nicht.
Hast du einen sehr hellen Hauttyp, bildest du von Natur aus ohnehin gar kein oder nur wenig bräunendes Melanin. Deshalb wirst du nicht braun. Daran ändert ein Sonnenbrand nichts.
Auch die sogenannte gesunde Bräune gibt es faktisch nicht, denn gebräunte Haut entsteht durch eine Schutzreaktion des Körpers vor Schäden durch UV-Strahlen.
Außerdem solltest du Sonnenbrände generell vermeiden. Deine Haut altert dadurch nicht nur schneller, sondern kann weitere Schäden davontragen. Auch das Risiko für Hautkrebs steigt.
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Mythos: Wer nie in die Sonne geht, riskiert einen Mangel an Vitamin D.
Wir brauchen die Sonne, um Vitamin D zu bilden. Aber es ist nicht notwendig, uns dazu stundenlang in der Sonne aufzuhalten. Wir tanken genug Vitamin D, wenn das Gesicht, die Hände und die Arme zwei- bis dreimal pro Woche unbedeckt und ohne Sonnenschutz Sonne abbekommen.
Wie lange die Sonne einwirken sollte, hängt vom Hauttyp ab. Als Faustregel gilt, dass ungefähr die Hälfte der Eigenschutzzeit genügt.
Hast du einen hellen Hauttyp, solltest du bei einem UV-Index von sieben im Normalfall nach rund zwölf Minuten genug Vitamin D getankt haben.
Sonnenschutz kann unter Umständen einen Vitamin-D-Mangel begünstigen, weil weniger UV-Strahlen auf die Haut gelangen und dadurch auch weniger Vitamin D produziert wird.
Aber selbst wenn du dich gründlich eingecremt hast, ist die Haut so gut wie nie komplett mit dem Sonnenschutzmittel bedeckt. Deshalb reicht die auftreffende UV-Strahlung aus, um genug Vitamin D zu bilden. Um die Vitamin-D-Bildung sicherzustellen, solltest du also auf keinen Fall auf Sonnenschutz verzichten.
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