Texte und Berichte schreiben üben – aber wie?

Texte und Berichte schreiben üben – aber wie? 

Egal um welche Art von Texten es geht, und unabhängig davon, ob der Verfasser ein Schüler, ein junger Texter, ein erfahrener Autor oder ein professioneller Schriftsteller ist, gilt, dass das Schreiben geübt werden will.

Das Schreiben ist nun einmal ein Handwerk und wer gelungene Berichte und andere Texte verfassen will, muss sein Handwerk beherrschen. Nun stellt sich aber die Frage, wie man denn übt, Berichte zu schreiben. 

Die Grundregeln für einen Bericht

Auf den ersten Blick scheint es recht einfach zu sein, einen Bericht zu schreiben. Schließlich gibt es feste Regeln und klare Merkmale, durch die sich ein Bericht kennzeichnet.

Ein Bericht

·         ist eine Mitteilung, die sich auf einen bestimmten Sachverhalt bezieht. In der Presse wird der Bericht deshalb auch Nachricht oder Meldung genannt.

·         gliedert sich in die Einleitung, den Hauptteil und den Schlussteil. Dabei beantwortet der Bericht die sogenannten W-Fragen. In der Einleitung gibt der Bericht Antworten auf das Wo, das Wann, das Wer und in Kurzform auf das Was. Im Hauptteil geht es um das Was, das Wie und das Warum, während der Schlussteil die Folgen oder Ergebnisse beschreibt.

·         hält die zeitliche Reihenfolge ein und beschränkt sich auf das Wesentliche. Seine Absicht besteht darin, den Leser zu informieren, nicht zu unterhalten.

·         wird im Präteritum geschrieben.

·         kennzeichnet sich durch eine klare, knappe und präzise Sprache.

Der Stil ist sachlich, Ausrufe und wörtliche Rede kommen nicht vor. Damit ist allerdings nur die Grundstruktur eines Berichts festgelegt. Der Schreiber kennt also das Grundgerüst und weiß, worauf es bei einem Bericht ankommt. Eine Garantie für einen gelungenen Bericht ist das aber noch nicht, denn es kommt auf die praktische Umsetzung an.

Am Beispiel des Autofahrens wird es vielleicht klarer:

Jemand, der gerade die Führerscheinprüfung bestanden hat, kann ein Auto steuern. Zu einem guten Autofahrer wird er aber erst durch Übung und Erfahrung. Beim Schreiben von Berichten und anderen Texten ist dies nicht anders.  

Texte und Berichte schreiben üben – aber wie?

Wie in allen anderen Bereichen gilt auch für das Schreiben, dass Übung den Meister macht. Wer gut schreiben möchte, braucht also Praxis. Um zu üben, gibt es mehrere Möglichkeiten. Eine davon ist, die vielen Schreibübungen, die in Büchern und im Internet zu finden sind, durchzuarbeiten. Der Vorteil von gezielten Schreibübungen ist, dass sie einen bestimmten Bereich trainieren. Um sich Grundwissen anzueignen, ist dies zweifelsohne hilfreich.

Das Trainieren eines bestimmten Bereichs ist aber gleichzeitig auch der Nachteil von gezielten Schreibübungen. Ein Bericht ist nämlich eine komplexere Aufgabe, die mehrere Arbeitsschritte erfordert.

Wer lernen und üben möchte, wie ein Sachverhalt erfasst, Informationen dazu recherchiert und strukturiert, ausformuliert, zu einem Bericht zusammengesetzt und anschließend überarbeitet werden, muss einen kompletten Bericht schreiben. Die beste Möglichkeit, um das Schreiben von Berichten zu üben, ist also, Berichte zu schreiben.

Dabei sollte der Autor folgende Tipps beherzigen:

·         Die Berichte, die zu Übungszwecken geschrieben werden, sollte der Schreiber tatsächlich als reine Übungsberichte verstehen. Das bedeutet, die Berichte werden wirklich nur geschrieben, um das Schreiben von Berichten zu üben. Die Übungsberichte sind nicht dazu gedacht, später in irgendeiner Form veröffentlicht zu werden.

Dies mag vielleicht ein wenig komisch erscheinen, zumal es schade sein könnte, möglicherweise gut gelungene Werke in einer Schublade verschwinden zu lassen. Hat der Schreiber aber Praxis gesammelt und liest er sich dann nach einiger Zeit seine ersten Übungstexte durch, wird er feststellen, dass das Schreiben für die Schublade gar nicht so abwegig war.

·         Welche Themen der Schreiber für seine Übungsberichte verwendet, spielt im Prinzip keine Rolle. Allerdings ist es nicht immer ganz so einfach, aus dem Stehgreif über etwas zu berichten. Hilfreich kann deshalb ein Blick in die Zeitung sein.

Hier finden sich zahlreiche Schlagzeilen und Meldungen, die sich zu einem Bericht ausarbeiten lassen. Genauso kann sich der Schreiber von einem Buchtitel oder einer Filmvorschau inspirieren lassen, sich den Ablauf des Geschehens ausdenken und in einem Bericht verpacken.

·         Übungsberichte sollten generell eher kurz ausfallen. Dies liegt zum einen daran, dass der Schreiber sicher mehr Erfahrung sammelt, wenn er drei kurze Berichte schreibt statt einen langen. Zum anderen kennzeichnet sich ein Bericht dadurch, dass er sich mit kurzen, aber präzisen Informationen auf das Wesentliche beschränkt. Ein Bericht ist kein Roman, der die Leser über viele Seiten hinweg unterhalten möchte. Seine Absicht ist vielmehr, auf den Punkt gebracht zu informieren.

Insofern ist das Schreiben von kurzen Berichten eine gute Übung, um zu lernen, die wesentlichen Infos herauszufiltern und auch nur diese zu verarbeiten.  Das ganze Üben macht aber nur dann Sinn, wenn sich der Schreiber klar macht, dass es nicht nur darum geht, Routine zu sammeln.

Gleichzeitig besteht das Ziel auch darin, sich stetig zu verbessern. Hierbei wiederum kann es hilfreich sein, seine Berichte von anderen lesen zu lassen. Sie erkennen möglicherweise vorhandene Schwachstellen und weniger gelungene Passagen. Dieses Feedback sollte der Schreiber dann versuchen, bei seinen nächsten Berichten zu berücksichtigen.

Dies gilt natürlich genauso auch für Lob. Ebenfalls sehr hilfreich für das Üben von Berichten und anderen Texten ist das Lesen. Wenn der Schreiber ganz bewusst Texte anderer liest, kann er nachvollziehen, wie sie ihre Texte aufgebaut haben, welche Ausdrücke sie benutzen und in welchem Stil sie schreiben. Möglicherweise kann er sich auch den einen oder anderen Trick abschauen, beispielsweise wenn es um Überleitungen geht.

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Bericht: Stichwort “Taschengeldparagraph”

Thema: Texte und Berichte schreiben üben – aber wie?

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