Bericht: Mit dem Fahrrad sicher durch den Winter

Bericht: Mit dem Fahrrad sicher durch den Winter

Vor allem in Großstädten wird gerne aufs Fahrrad zurückgegriffen. Schließlich steht ein Fahrradfahrer weder im Stau noch muss er einen Parkplatz suchen. Und wenn die Route geschickt geplant wird, geht’s mit dem Fahrrad oft schneller als mit dem Auto. Doch in der kalten Jahreszeit sollten Radfahrer ein paar Punkte beachten.

Für den Weg zur Arbeit oder in die Schule, um den Nachwuchs aus der Kita abzuholen oder beim Einkaufen: Das Fahrrad ist längst zu einer beliebten Alternative fürs Auto geworden. Das gilt vor allem in Städten mit viel Verkehr und wenig Parkmöglichkeiten.

Doch wenn der Winter kommt, taucht die eine oder andere Frage auf. Was sollten diejenigen beachten, die trotz Kälte und Dunkelheit mit dem Fahrrad fahren? Und woran gilt es zu denken, wenn das Fahrrad bis zum Frühling eingelagert wird?

Infos und Tipps, wie es mit dem Fahrrad sicher
durch den Winter geht, verrät dieser Bericht:

 

So wird das Fahrrad wintertauglich

Wenn die Temperaturen sinken, es lange dunkel ist und die Straßen glatt sein können, sollte das Fahrrad auf die Witterungsverhältnisse angepasst sein. Mit Blick auf die Ausstattung spielen dabei vor allem die Beleuchtung und die Reifen eine entscheidende Rolle.

 

Die Beleuchtung fürs Fahrrad im Winter

Im Winter wird es erst spät hell und recht früh wieder dunkel. Umso wichtiger ist, dass der Radfahrer gut sieht und von den anderen Verkehrsteilnehmern gesehen wird. An einem guten Licht führt daher kein Weg vorbei. Das maßgebliche Kriterium in diesem Zusammenhang ist die Beleuchtungsstärke.

Je größer die Beleuchtungsstärke ist, desto besser leuchtet die Fahrradlampe den Weg aus. Gesetzlich vorgeschrieben ist eine Beleuchtungsstärke von zehn Lux. Besser ist aber, wenn sich der Fahrradfahrer für eine Leuchte entscheidet, die eine Beleuchtungsstärke von mindestens 40 Lux hat. Zu grell darf die Leuchte aber nicht sein, denn der Radfahrer darf andere Verkehrsteilnehmer natürlich nicht blenden.

Seit 2013 kann sich der Fahrradfahrer entscheiden, ob er es beim Dynamo belässt oder sich für Leuchten entscheidet, die mit Batterie oder Akku betrieben werden. Die genauen Vorgaben dazu stehen in § 67 der Straßenverkehrsordnung. Der Vorteil vom Dynamo ist, dass er jederzeit startklar ist. Über einen Batteriewechsel braucht ich der Radfahrer keine Gedanken zu machen.

Ratsam ist aber, eine Lampe mit Standlichtfunktion zu nutzen. Denn wenn der Radfahrer beispielsweise an einer roten Ampel steht, leuchten seine Lampen andernfalls nicht. Der Vorteil von batteriebetriebenen Leuchten ist, dass sie unverändert hell leuchten, sobald sie eingeschaltet werden. Hier muss der Fahrradfahrer aber darauf achten, dass sein Leuchtenmodell über ein Prüfzeichen verfügt und somit zulässig ist.

 

Wintertaugliche Fahrradreifen

Schmale, glatte Reifen ermöglichen eine flotte Fahrt auf trockener Straße. Im Winter sollten die Fahrradreifen aber breiter sein und ein gutes Profil haben. Dadurch haften die Reifen auf nasser, schneebedeckter oder glatter Straße wesentlich besser.

Muss der Radfahrer damit rechnen, öfter auf Eis und Schnee unterwegs zu sein, sollte er über Spike-Reifen nachdenken. Spikes ähneln Dornen und krallen sich durch ihre scharfen Kanten im Schnee fest. Dies führt zu einer hohen Haftung und wirkt einem unkontrollierten Rutschen entgegen. Fahrradreifen mit Spikes gibt es in verschiedenen Ausführungen, preislich beginnen die Reifen bei etwa 20 Euro.

 

So zieht sich der Winter-Radfahrer richtig an

Mindestens genauso wichtig wie ein winterfestes Fahrrad ist auch eine wintertaugliche Kleidung für den Radfahrer. Schließlich ist es im Winter ohnehin schon kalt und beim Fahrradfahren kommt noch der kalte Fahrtwind dazu.

Dabei sollte das Outfit den ganzen Körper, vom Kopf bis zu den Beinen, berücksichtigen:

  • Ein Fahrradhelm schützt zwar bei Stürzen, kann gegen die Kälte aber nichts ausrichten. Um den Kopf warmzuhalten, sollte sich der Radfahrer deshalb eine Helmmütze zulegen. Irgendeine Mütze anzuziehen, ist keine gute Idee. Denn durch sie sitzt der Helm möglicherweise nicht mehr richtig.
  • Der Hals bleibt durch einen Halswärmer schön warm. Gleichzeitig lässt sich ein Halswärmer meist über den Mund und die Wangen ziehen. Damit ist auch gleich die untere Gesichthälfte geschützt. Ein langer Schal hingegen ist nicht nur unpraktischer, sondern könnte sich verheddern, wenn er sich löst.
  • Der Oberkörper sollte in eine reflektierende Fahrradjacke eingepackt werden. Die Fahrradjacke hält warm, während die Reflektoren die Sichtbarkeit auf rund 150 Meter erhöhen. Unter der Jacke ist Funktionskleidung die beste Wahl. Sie isoliert und ist atmungsaktiv. Im Unterschied dazu speichert Baumwollkleidung Feuchtigkeit nah am Körper.
  • Je kälter es ist, desto schlechter werden die Finger durchblutet. Sie kühlen dadurch nicht nur aus, sondern werden auch steif. Beim Lenken und Bremsen kann das zu einem echten Problem werden. Handschuhe sind daher ein Muss.
  • Der Unterkörper kühlt nicht aus, wenn der Radfahrer darauf achtet, dass seine Knie vor der Kälte geschützt sind. Ein probates Mittel in diesem Zusammenhang sind Leggings oder die gute alte, lange Unterhose.

4 Tipps fürs Radfahren im Winter

Sind Fahrrad und Radfahrer startklar, steht der Winter-Fahrradfahrt eigentlich nichts mehr im Wege. Doch die folgenden vier Tipps können dazu beitragen, dass das Radfahren im Winter noch etwas besser klappt:

  1. Den Reifendruck senken: Lässt der Radfahrer etwas Luft aus seinen Reifen, haften sie besser auf der Straße. Allerdings ist hier ein wenig Vorsicht geboten, denn je geringer der Druck ist, desto größer ist die Gefahr eines Platten.
  2. Den Sattel tiefer stellen: Stellt der Radfahrer seinen Sattel etwas tiefer, kommt er mit den Füßen schneller auf den Boden. So kann er bei Bedarf besser eingreifen, um zu bremsen oder einen Sturz zu verhindern.
  3. Das Schloss einölen: Dünnflüssiges Mechanik-Öl verhindert, dass das Fahrradschloss zufriert.
  4. Das Fahrrad abtrocknen: Im Winter wird gestreut. Gelangt das Streusalz an die Speichen oder an den Rahmen, lässt der Rost nicht lange auf sich warten. Ratsam ist deshalb, nach einer Fahrradfahrt kurz übers Rad zu wischen.

Übrigens: Im Winter müssen die Städte und Kommunen nicht nur die Straßen und die Gehwege, sondern auch die Radwege räumen. Denn auch im Winter muss der Radfahrer den Radweg benutzen, wenn einer vorhanden ist. Stürzt der Radfahrer, weil die Kommune ihrer Winterdienstpflicht nicht nachgekommen ist, kann er Schadensersatzansprüche geltend machen.

Allerdings kann dem Radfahrer eine Teilschuld zugesprochen werden, wenn er sich leichtsinnig einer offensichtlichen Gefahr ausgesetzt hat. Ist der Radweg unbefahrbar, ist der Radfahrer deshalb besser beraten, wenn er auf die Fahrbahn ausweicht.

So wird das Fahrrad richtig eingelagert

Auch wenn so mancher Radfahrer oft und gerne mit seinem Drahtesel unterwegs ist, lässt er sein Fahrrad im Winter doch lieber stehen. Soll das Fahrrad bis zum Frühjahr eingelagert werden, sollte der Radler an folgendes denken:

  • Bevor das Fahrrad seinen Winterschlaf antritt, sollte es gründlich gereinigt und die Kette geölt werden. Danach sollte es an einem trockenen Ort stehen. Auf diese Weise lässt sich Rost verhindern. Eine Plane wiederum sorgt dafür, dass sich kein Staub auf dem Fahrrad und den eingeölten Bauteilen absetzt.

 

  • Damit die Reifen intakt bleiben, sollte der Radfahrer den Luftdruck kontrollieren. Bei Mountainbikes sollte er bei etwa 3,5 Bar, bei Trekkingrädern bei rund 4,5 Bar liegen. Ist das Fahrrad mit hydraulischen Scheibenbremsen ausgestattet, sollte es im Stehen aufbewahrt werden. Möchte der Radfahrer auf Nummer sicher gehen, kann er die Bremsen auch abbauen. Kontaktfrost hat so keine Chance.

 

  • Bei einem E-Bike wird der Akku abgebaut und bei Zimmertemperatur aufbewahrt. Dabei sollte der Akku die ganze Zeit über halb aufgeladen bleiben. Denn sowohl ein voller als auch ein leerer Ladestand sind schlecht für die Batterie. Sollte die Spannung nachlassen, kann der Radfahrer zwischendurch nachladen.

Und: Wenn das Fahrrad im Frühling wieder in Betrieb genommen wird, kann es nicht schaden, das Rad im Fahrradladen kurz durchschauen zu lassen.

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